Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV: „Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Europa“ – Nicht die Probleme in den Vordergrund stellen, sondern Lösungen aufzeigen

„Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Europa.“ Mit diesen Worten plädiert Josef Ridders, Vorsitzender des KKV-Bundesverbandes, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, für ein stärkeres Europa. Wer 74 Jahre nach dem Krieg in Europa noch immer glaube, dass man nationalstaatlichen Interessen den Vorrang geben müsse, der habe offensichtlich nicht begriffen, dass in einer digitalisierten Welt nur ein vereintes Europa auf Dauer Zukunft habe, so Ridders weiter. Abgesehen davon, dass in Europa dank der EU Frieden herrsche, die Bürger frei reisen und bezahlen könnten, die Unternehmen enorme Exportchancen hätten und letztlich allen Bür-gern dadurch ein höherer Wohlstand beschert sei, sei es im Zeitalter der Globalisierung letztlich ein Eigentor, wenn man zur Nationalstaatlichkeit zurückkehren wolle.

Deshalb ruft der katholische Sozialverband die Bundesbürger schon jetzt auf, zur Europa-Wahl zu gehen und die Parteien bzw. Kandidaten zu wählen, die sich für ein starkes Europa einsetzen. Ridders erinnert an eine Aussage von Konrad Adenauer, die er schon vor 65 Jahren! – genau am 15.12.54 – vor dem Deutschen Bundestag gemacht habe: „Die Einheit Europas war ein Traum von Wenigen. Sie wurde eine Hoffnung für Viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für uns alle.“ Dieses Ziel sei heute aktueller denn je.

Nicht zuletzt deshalb fordert der KKV auch in seinem Grundsatzprogramm: „In einem vereinten Europa sehren wir die Gewähr für Frieden, Freiheit, Wohlstand und eine zukunftsfähige Gesell-schaft auf unserem Kontinent. Die Europäische Union muss deshalb weiterentwickelt werden.“ „Deshalb brauchen wir heute Politiker, die nicht die Probleme in den Vordergrund stellen, sondern Lösungen anbieten“, so Ridders. Diese Lösungen würden nie einfach sein, um sie müsse ehrlich und mit Sachverstand aber auch mit Herz gerungen werden. Und im Geist der Solidarität. „Wir hoffen deshalb, dass jetzt nicht auch noch die Populisten und Vereinfacher Oberwasser bekom-men.“

Europa habe letztlich nur Zukunft, so der KKV-Bundesvorsitzende, wenn man sich wieder auf die gemeinsamen christlichen Grundwerte besinne und damit auch die Kriterien der Katholischen Soziallehre nämlich Personalität, Solidarität und Subsidiarität wieder stärker beachte. Nur da, wo Menschen ermutigt würden, den Teil, den sie selber übernehmen könnten, auch tatsächlich selbst zu übernehmen, könne wirkliche Solidarität möglich werden und wachsen. Deshalb sollte sich die EU auf die wesentlichen politischen Fragen konzentrieren. Statt die Krümmung von Gurken festzu-legen, sollte man die Außen-, Finanz-, Sozial- und Wirtschaftspolitik stärker ins Visier nehmen.