Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV fordert: Europa First

Der katholische Sozialverband KKV fordert anlässlich der heutigen Unterzeichnungen des Aachener Ver-trages zwischen Frankreich und Deutschland eine Neubelebung des Europäischen Projektes. „Frieden und Wohlstand hat Europa den Menschen erst in Mittel-, später auch in Süd- und Südosteuropa näherge-bracht“ so der Bundesvorsitzende Josef Ridders. Leider vergessen das viele und in den letzten Jahren zeigt sich viel Lethargie und Gleichgültigkeit und sogar Ablehnung bis hin zum Hass auf das Zusammen-wachsen.

Dabei gibt es kaum eine vernünftige Alternative, denn allein ist weder Deutschland noch Frankreich, Spa-nien oder Polen, von Ungarn und Österreich und anderen ganz abgesehen, in der Lage die großen Her-ausforderungen der Zukunft zu stemmen. Das fängt beim Klimaschutz an und hört beim Welthandel über-haupt nicht auf. Glauben wir in Europa im ernst 80 Millionen Deutsche, 10 Millionen Ungarn oder Österrei-cher oder 40 Millionen Polen hätten mittelfristig bei einer Weltbevölkerung von 8 Milliarden ein ernsthaftes Wörtchen mitzureden. Schon heute ist absehbar, dass manche großen Länder mit wirtschaftlicher Macht nach Europa drängen und versuchen den Kontinent von hinten aufzurollen und irgendwann wird man dann hier auch ökonomisch nur doch die 2. oder 3. Geige spielen. Hier hilft das Zusammenstehen, mit gesun-dem Selbstvertrauen, nicht gegen etwas, sondern für die Menschen in Europa und der Welt.
Zwar wird Europa von den Menschen außerhalb von vielen als alter Kontinent gesehen, als von gestern, schrumpfend, mit Ängsten und ohne allzuviel Zuversicht. Andererseits sind wir ein Kontinent der wohlha-bend ist und wo zumindest in weiten Teilen die Menschenwürde gewahrt und die Errungenschaften moder-ner Rechtsstaaten hochgehalten werden, was nicht zuletzt der Wirtschaft zugute kommt. Das macht Deutschland, Frankreich und fast alle anderen Länder in Europa und in der europäischen Union zu einem Zufluchtsort für Menschen, die Hoffnung auf ein besseres Leben haben, auch ökonomisch.

Europa und seine Bürger sollten also „Europa First“ nicht als Abschottung gegenüber anderen, sondern als erste und wichtigste Hinwendungen zu europäischen Werten wie Meinungs- und Religionsfreiheit, Sozi-aler Marktwirtschaft, Gewaltenteilung und echten Demokratischen Institutionen ansehen.

Das sagt nicht, dass Europa naiv seine Grenzen öffnen muss, aber die kleinteilige Suche nach dem eige-nen kleinen momentanen Vorteil; dem schnellen Deal, bringt langfristig niemanden etwas ein.
Gut wäre, so der KKV:
•    Eine kluge gemeinsame Außenpolitik auf Basis der Werte, die Europa mal eigen waren
•    Ein Vorangehen im Sachen Klimaschutz, denn noch haben wir die wirtschaftlichen Möglichkeiten und hier liegen innovative Möglichkeiten auch für die Wirtschaft
•    Eine gerechte Besteuerung und kein europäischer Steuerwettbewerb, der am Ende fast nur Verlie-rer kennt, mit Ausnahme der Superreichen
•    Ein technik- und innovationsfreudiges Umfeld, ohne jedoch die ethischen Fragen in den Hinter-grund zu schieben oder auszublenden, wie es in manchen Weltregionen geschieht

Europa First heißt also nicht Ausgrenzung und Herabwürdigung der anderen als Zweite oder Dritte, son-dern Europa als „ein extrem wichtiges Projekt der Menschen in Europa“ zu sehen, so dass wir weiterhin gut und friedlich leben können, wie in den vergangenen Jahren. Am heutigen Jahrestag der Verabschie-dung des Elysee Vertrages zwischen Charles De Gaulle und Konrad Adenauer am 22. Januar 1963, der nun im Aachener Vertrag zwischen Präsident Macron und Bundeskanzlerin Merkel erneuert wird, erinnern beide an nicht mehr und nicht weniger.