Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV: Der Mensch fängt nicht erst beim Abiturienten an – Unser Bildungssystem bietet auch „Spätzündern“ große Chancen

„Der Mensch fängt nicht erst beim Abiturienten an. Entscheidend ist, ob er sein Leben verantwortlich, bewusst und eigenständig gestaltet.“ Mit diesen Worten kritisierte Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, den vielfach zu beobachtenden Trend von Eltern ihr Kind auf ein Gymnasium zu schicken, auch wenn es dafür nicht geeignet ist. So wurden jetzt wieder in NRW rund 41 Prozent aller Grundschulabgänger für ein Gymnasium angemeldet, obwohl jeder Vierte keine oder nur eingeschränkte Gymnasialempfehlung der Grundschule erhalten hatte. Die Tatsache, dass sich seit 1970 die Anzahl der Kinder fast verdoppelt hat, die ein Gymnasium besuchen – 1970 waren es 24 Prozent, heute sind es rund 40 Prozent – lässt eigentlich nur zwei Erklärungen zu.

Entweder sind die Kinder in dieser Zeit sehr viel intelligenter geworden – was ziemlich unwahrscheinlich ist – oder man hat das Bildungsniveau an den Gymnasien den Schülern angepasst. Dies dürfte wohl realistischer sein.

 

Der KKV appelliert daher an die Eltern: Schicken Sie Ihr Kind nicht aus Prestigegründen oder falsch verstandenem Ehrgeiz aufs Gymnasium, wenn es dafür (noch) nicht geeignet ist. Auch als Haupt-, Real-, Sekundar- oder Gesamtschüler und einer soliden Berufsausbildung hat es gute Chancen, ein zufriedenes und glückliches Leben zu führen. „Wir brauchen schließlich nicht nur Akademiker, sondern vor allem Menschen, die mit Sachverstand und praktischer Begabung den für sie passenden Ausbildungsgang finden“, unterstreicht der KKV-Bundesvorsitzende. Im Übrigen garantiere die Durchlässigkeit unseres Bildungssystems, dass auch „Spätzünder“ den für sie passenden Berufs- oder Studienweg finden.