Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV: „VW hat nicht Mist gebaut, sondern schlicht und einfach betrogen“

„Sie haben nicht Mist gebaut, Herr Horn, sondern Sie haben schlicht und einfach ihre Kunden und die Öffentlichkeit betrogen und dem für die Industrie so wichtigen Label: Made in Germany, großen Schaden zugefügt.“ Mit diesen deutlichen Worten kritisierte Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender der KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, die Erklärung des VW-Amerika-Chefs Michael Horn. Es grenze an Realitätsverweigerung, wenn Horn die bewusste Manipulation bei der Abgasmessung mit den Worten „wir waren unehrlich zur Umweltbehörde EPA, zu den Behörden in Kalifornien und zu unseren Kunden“ verharmlose. „Wir können nur hoffen, dass der Amerika-Chef auch mit seinem Privatvermögen zur Haftung herangezogen wird.“

 

Der katholische Sozialverband, der sich immer wieder für die Soziale Marktwirtschaft und deren Ideale einsetzt und bereits zum vierten Mal den Preis des „Ehrbaren Kaufmanns“ an Frauen und Männer verliehen hat, die diese Ideale in der Wirtschaft vorleben, sieht deshalb in diesem Verhalten nicht nur einen groben Vertrauensbruch, sondern auch einen Missbrauch wirtschaftlicher Macht. Gleichzeitig werde damit der Begriff des „Ehrbaren Kaufmanns“ ad absurdum geführt. Natürlich müsse ein Unternehmen Gewinne erzielen und auch wachsen. Aber nicht über alle Maßen, nicht einseitig nur zu seinem persönlichen Nutzen. Und schon gar nicht auf Kosten seiner Kunden oder der Gesellschaft. „Der ehrbare Kaufmann übernimmt Verantwortung – persönliche, langfristige Verantwortung, für sein Unternehmen, aber eben auch für sein Umfeld.“ Von daher hoffe man, dass die Verantwortlichen dieses Betruges mit allen Konsequenzen zur Rechenschaft gezogen werden.

Gleichzeitig erinnert der KKV an ein Wort von Papst Benedikt XVI., das er im August 2011 auf dem Flug nach Madrid geäußert hat: „Der Mensch muss Mittelpunkt der Wirtschaft sein, und die Wirtschaft darf nicht am größtmöglichen Profit, sondern sie muss nach dem Allgemeinwohl gemessen werden. Sie schließt die Verantwortung für den Anderen mit ein und funktioniert nur dann wirklich gut, wenn sie auf menschliche Weise funktioniert, im Respekt vor dem Anderen.

Und in den verschiedenen Dimensionen: Verantwortung für die eigene Nation und nicht nur für sich selbst, Verantwortung für die Welt, denn auch die Nation steht nicht für sich allein, auch Europa steht nicht für sich allein, sondern ist für die ganze Menschheit verantwortlich und muss daran denken, die wirtschaftlichen Fragen immer mit dem Blick auf diese Verantwortung auch für die anderen Gebiete der Welt zu betrachten, für diejenigen, die leiden, die hungern und dürsten und keine Zukunft haben.“

Der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V. ist ein katholischer Sozialverband mit rund 80 Ortsgemeinschaften in ganz Deutschland. Informationen zum KKV erhalten Sie im Internet unter www.kkv-bund.de, oder unter 0201 87923-0.