Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV: Für eine neue Internetkultur - „Das digitale Netz ist kein rechtsfreier Raum“

"Der Shitstorm ist Ausdruck der neuen Empörungsdemokratie des digitalen Zeitalters.“ Mit diesen Worten beschreibt der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen eine Entwicklung in Diskussionsforen, sozialen Netzwerken und Kommentarleisten von Nachrichtenportalen, die erschreckend ist. Für den KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, zeigt diese Entwicklung, dass offenbar viele Menschen im Netz jegliche Form von Anstand vermissen lassen und Wertschätzung anderer für sie ein Fremdwort ist. Offenbar glauben die Schreiber, dass im Internet die Achtung vor der Meinung des Anderen überflüssig ist.“ Mit diesen Worten kritisiert Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender des KKV, die Verrohung der Sitten im digitalen Netz. „Dank der Anonymität, die das Netz gewährleistet, wird ein solches Verhalten natürlich gefördert. Deshalb plädieren wir als katholischer Sozialverband dafür, dass künftig Kommentare usw. in Diskussionsforen nicht mehr anonym erfolgen dürften. Wenn man schon seine Meinung äußert, sollte man auch mit seinem Namen dafür stehen“, so der KKV-Bundesvorsitzende, schließlich sei das digitale Netz ja kein rechtsfreier Raum.


So sehr der KKV eine offene Diskussion im Netz begrüßt, so sehr appelliert er an die Internetnutzer, sich bei ihren Beiträgen immer zu fragen: Wie würde ich selbst auf eine solche Antwort reagieren? Trägt sie zur Aufklärung und Versachlichung des Themas bei oder dient sie nur dazu, meinem Unmut Luft zu machen? Wie hat es Wilhelm Busch so treffend formuliert: „Ein jeder ist für Toleranz, nur wenn’s drauf ankommt, nicht so ganz.“ Kurzum, auch im Internet gilt: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.

Im Übrigen wären auch die Medien gut beraten wenn sie bei ihrer Berichterstattung nicht auch noch solche verbalen Entgleisungen zitieren würden. Letztlich werden durch solche Veröffentlichungen die Verfasser noch darin bestärkt, sich in dieser vielfach miesen Form weiter zu äußern, frei nach der Devise: Mein Beitrag wurde sogar vom Medium XY für veröffentlichungswürdig betrachtet.