Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV: Rente mit 63 ist kontraproduktiv – Katholischer Sozialverband fordert "ehrbare Politik"

Die Rente mit 63 ist gut gemeint, aber für die Nachhaltigkeit
unseres Rentensystems kontraproduktiv.“ Mit diesen Worten kommentiert
Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender des KKV, Verband der Katholiken in
Wirtschaft und Verwaltung, die ansteigende Zahl der Frührentner. „Wie
will man ernsthaft an der regulären Rente mit 67 festhalten, wenn man
gleichzeitig verkündet: Wir können uns auch die Rente mit 63 Jahren
leisten?“

Im Übrigen zeige die hohe Anzahl der „Vorzieher“, dass es
weniger der eigentlich ins Auge gefasste Personenkreis – wie der
vielzitierte Dachdecker mit den kaputten Knien – ist, der diese Rente
beantragt, sondern die Menschen, die keine gesundheitlichen Gründe
haben, aber nunmehr den früheren Rentenbeginn nutzen, weil sie mit 63
Jahren ohne Abschlag in Rente gehen können.

Jedem Bundesbürger müsste es einleuchten, dass ein Rentensystem, das auf
dem Umlageverfahren beruhe, bei einer Gesellschaft, die immer älter
werde, gleichzeitig aber weniger Kinder bekomme, nur funktionieren
könne, wenn man entweder den Rentenbeginn nach hinten verschiebe oder
aber die Rentenbeiträge erhöhe. Letzteres bedeute aber die Lasten auf
die Kinder bzw. Kindeskinder abzuwälzen. „Auch wenn man solche Fakten
nicht wahrhaben will, ändert das nichts an ihrer Richtigkeit. Man kann
keine Rentenpolitik gegen die Mathematik machen. Das sollte uns schon
der gesunde Menschenverstand sagen“, so Bernd-M. Wehner. Mit der
abschlagsfreien Rente mit 63 wurde entgegen besseren Wissens
Rentenpolitik auf Kosten der jüngeren Generation gemacht. "Mit dem Ideal
des ehrbaren Kaufmanns und einer nachhaltigen Politik hat das jedenfalls
nichts zu tun", unterstreicht der KKV-Bundesvorsitzende.

Statt die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren für alle zu zahlen, die die
rentenrechtlichen Voraussetzungen hierfür erfüllen, wäre es sinnvoller
die Erwerbsminderungsrente zu verbessern. Genau dieser Personenkreis
benötige mehr Hilfe. Nicht aber die Arbeitnehmer, die mit 63 Jahren
gesund als Fachkraft in Rente gehen und damit auf dem Arbeitsmarkt fehlen.