Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
www.kkv-bund.de
KKV-Bundesverband

KKV: Deutschland braucht eine neue Kultur der Familienfreundlichkeit - Entscheidend ist die Entscheidungsfreiheit! – Betreuungsgeld weiterentwickeln

Als katholischer Sozialverband fordert der KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung erneut eine ganzheitliche "Familienstrategie" für Deutschland. "Entscheidend ist die Entscheidungsfreiheit!", so der KKV-Bundesvorsitzende Bernd-M. Wehner. Unabhängig von der – regional sehr unterschiedlichen – Notwendigkeit zum Ausbau der Betreuungseinrichtungen für unter Dreijährige müsse die Entscheidung einer Mutter und eines Vaters, die Kinder zu Hause zu betreuen, auch finanziell volle Anerkennung finden.

„Deshalb haben wir auch Sympathie für den Vorschlag der Caritas, das Betreuungsgeld weiter zu entwickeln, dass heißt, das derzeitige Elterngeld zu einer einkommensunabhängigen Leistung für alle Familien zusammenzuführen“, so Wehner weiter. Dabei sollte in den ersten drei Jahren nach der Geburt eines Kindes 300 Euro monatlich tatsächlich ausgezahlt werden – also insgesamt 10.800 Euro pro Kind. Während das Caritas-Modell die Zahlung des Geldes unabhängig von der Art der Kinderbetreuung vorsieht, plädiert der KKV dafür, dieses Geld nur an Eltern zu zahlen, die ihr Kind auch selbst betreuen.

Noch besser wäre es allerdings, wenn man allen Eltern nach der Geburt eines Kindes bis zum sechsten Lebensjahr ein Eltern- bzw. Erziehungsgeld von 400 Euro zahlen würde. Wer dann sein Kind in eine Krippe gebe oder eine Tagesmutter engagiere, müsste hierfür aber auch den entsprechenden Kostenbeitrag übernehmen, dessen Höhe – wie schon jetzt – entsprechend der Einkommensverhältnisse eine soziale Staffelung beinhalte. Eine solche Regelung hätte den Vorteil, dass der Staat letztlich nicht mehr zahlen müsste als bisher. Wenn man davon ausgehe, dass ein Krippen-Platz bis zu 1.300 Euro im Monat koste, er aber nur von rund einem Drittel der Eltern genutzt werde, dann sei der Gesamtbetrag, den der Staat allen Eltern zahle, genau so hoch, wie die jetzige Subventionierung der Krippe durch den Staat. Im Gegenzug würde ein Krippen-Platz dann von denen finanziert, die ihn auch tatsächlich nutzen. Der KKV greift damit einen Vorschlag von Dr. Albert Wunsch auf, den dieser bereits seit längerem forciert. Wunsch ist Erziehungswissenschaftler und gleichzeitig Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des KKV.

Wichtig sei aber auch, so der KKV, dass Wirtschaft und Unternehmen ihren Arbeitnehmern bis in die Führungsebenen hinein echte Wahlfreiheiten zur Familienzeit gewähren. Was Deutschland fehle, sei echte Familienfreundlichkeit und eine größere Wertschätzung der Familie. "Familien mit Kindern müssen wieder spüren, dass sie von der Gesellschaft - und hier sind vor allem Politik, Wirtschaft, Medien und Verbände angesprochen - anerkannt und nicht als Exoten belächelt werden!“

Ehe und Familie sind keine Erfindung des Staates
Im Übrigen erinnert der KKV die Bundesregierung daran, dass laut Artikel sechs des Grundgesetzes "Pflege und Erziehung der Kinder das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht ist." Das sei keine Floskel, die man je nach politischer Mehrheit mal ernst nehmen oder ignorieren könne. Schließlich seien Ehe und Familie keine Erfindung des Staates, sondern dessen Grundlage. „Von daher darf der Staat nicht nur durch einseitige und massive finanzielle Förderung von Krippenplätzen für ein- bis dreijährige Kinder die Eltern finanziell benachteiligen, die dieses Grundrecht wahrnehmen und ihre Kinder mit viel Liebe selbst erziehen“, kritisiert deshalb der KKV-Bundesvorsitzende die derzeitige Familienpolitik. Die eigentliche Frage laute deshalb: Ist es gerecht, dass Eltern, die ihre Kinder in die Krippe geben, monatlich vom Staat mit Beträgen zwischen 800 und 1.300 € pro Monat gefördert werden und die anderen Eltern, die sich der Aufgabe der Kindererziehung selbst stellen, fast leer ausgehen?