Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV: Nein zum "Rentenpäckchen" - Deutschland braucht eine faire Rente! Katholischer Sozialverband fordert "ehrbare Politik" und "Mut zu einer echten Rentenreform"

Wenige Tage vor der entscheidenden Abstimmung zum Rentenpaket im Deutschen Bundestag positioniert sich der KKV - Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung als einer der vier großen katholischen Sozialverbände klar gegen das Vorhaben: "Das Thema Rente ist kein Kinderspiel - und die Rente ab 63 geht zu Lasten der jungen Generation. Deutschland braucht eine faire, sichere und nachhaltige Altersvorsorge für alle Generationen. Wir sagen Nein zum Rentenpäckchen. Deutschland braucht Mut zu einer echten, zukunftsfähigen Rentenreform!"

Mit diesen Worten kritisiert der KKV erneut das Vorhaben der Großen Koalition, Arbeitnehmern, die 45 Versicherungsjahre nachweisen können, bereits die Möglichkeit zu geben, mit 63 Jahren ihre volle Rente zu beziehen. „Das ist ökonomisch nicht nachzuvollziehen. Zugleich wird hier ein völlig falsches gesellschaftliches Signal gesetzt.“

 

„Wie will man an der regulären Rente mit 67 festhalten, wenn man gleichzeitig ankündigt: Wir können uns auch die Rente mit 63 Jahren leisten?“, so KKV-Bundesvorsitzender Bernd-M. Wehner. Hier werde entgegen besseren Wissens Rentenpolitik auf Kosten der jüngeren Generation gemacht, so der katholische Sozialverband. "Mit dem Ideal des ehrbaren Kaufmanns und einer nachhaltigen Finanzpolitik hat das nichts zu tun", ergänzt Tobias Gotthardt als stv. KKV-Bundesvorsitzender und Sprecher der KKV-Junioren.

Der KKV appelliert daher erneut eindringlich an die Abgeordneten der Koalition, die geplante Rente mit 63 zu stoppen bzw. nochmals in aller Ruhe zu überdenken. Auch die Fraktionsführungen sollten hier keinen Druck aufbauen und eine offene Debatte zulassen. In jedem Fall müsse aber verhindert werden, dass die Anrechnung von Arbeitslosenzeiten wieder zu einer Frühverrentungswelle führten. "Natürlich wäre es schön, wenn man einem Arbeitnehmer die Möglichkeit einräumen könnte, bereits nach 45 Berufsjahren in Rente zu gehen. Aber verantwortungsvolle Politik darf keine Wohltaten auf Pump verteilen, sondern muss mit Augenmaß und Sachverstand zukunftsfähige Lösungen erarbeiten. Die Rente mit 63 ist jedenfalls keine zukunftsorientierte Maßnahme“, so der KKV-Bundesvorsitzende.

Jedem Bundesbürger müsste es einleuchten, dass ein Rentensystem, das auf dem Umlageverfahren beruhe, bei einer Gesellschaft, die immer älter werde, gleichzeitig aber weniger Kinder bekomme, nur funktionieren könne, wenn man entweder den Rentenbeginn nach hinten verschiebe oder aber die Rentenbeiträge erhöhe. Letzteres bedeute aber die Lasten auf die Kinder bzw. Kindeskinder abzuwälzen. „Auch wenn man solche Fakten nicht wahrhaben will, ändert das nichts an ihrer Richtigkeit. Das sollte uns schon der gesunde Menschenverstand sagen“, so Bernd-M. Wehner.