Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV alpha fordert grundlegende Neustrukturierung der Haftpflichtversicherung für Hebammen – Wahlfreiheit des Geburtsortes gefährdet

„Der KKV alpha fordert  eine bezahlbare, grundlegende Neustrukturierung der Haftpflichtversicherung für Hebammen, eine Deckelung der Regressforderungen der Sozialversicherungsträger mit der Verpflichtung, Einnahmen aus Regressen zweckgebunden zu verwenden. Gleichzeitig plädiert er für die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage für ein Umlagesystem der Haftpflichtkosten außerhalb der Leistungspositionen, damit die Kosten für die Haftpflichtprämie ausgeglichen werden können.“ Mit diesen Worten schaltet sich Iris Kater, Mitglied des KKV alpha Lenkungskreises, erneut in die aktuelle Debatte um die Situation der freiberuflich tätigen Hebammen ein.

Bereits im letzten Jahr hatte der KKV alpha auf die schlechte Berufssituation von Hebammen hingewiesen. Verschärfen wird sich deren Situation, da freiberuflich tätige Hebammen in Deutschland ab Sommer 2015 keine Haftpflichtversicherung mehr haben. Denn auch die letzten Versicherer haben jetzt angekündigt, aus den beiden letzten verbliebenen Versicherungskonsortien für Hebammen bis Juli 2015 auszusteigen. Der KKV alpha sowie der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) appellieren deshalb an die Politik, eine angemessene Vergütung für Hebammen festzuschreiben, da sonst dieser Berufsstand vor neuen, existenzgefährdenden Problemen steht. „Wenn der Koalitionsvertrag nicht nur Makulatur sein soll, dann muss er auch in diesem Punkt umgesetzt werden“, so Iris Kater.

Versicherungsprämie um das Zehnfache gestiegen
Bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 8,50 Euro lohnt es sich nicht mehr, Geburtshilfe anzubieten. So haben sich seit 2010 bereits rund 20 Prozent der Hebammen aus ihrem Beruf verabschiedet. Nicht zuletzt deshalb, weil deren Haftpflichtversicherungsprämien trotz abnehmender Schadenszahlen allein in den letzten Jahren um das Zehnfache gestiegen seien. So mussten Hebammen 1981 lediglich eine Prämie 368 Euro jährlich begleichen. 2012 stieg der jährliche Beitragssatz dagegen auf 4.242 Euro, für 2014 ist sogar ein Betrag von 5.091 Euro angekündigt. „Schon jetzt ist eine flächendeckende Versorgung bei Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett nicht mehr gewährleistet“, warnt deshalb Iris Kater. „Durch das Wegfallen der freiberuflichen geburtshilflichen Versorgung, aber auch dadurch, dass viele Kliniken die Geburtshilfe durch Zentralisierung nicht mehr anbieten, ist die Wahlfreiheit des Geburtsortes in vielen Regionen nicht mehr vorhanden.“

Im KKV alpha haben sich Frauen zusammengeschlossen, denen christliche Werte, faire Führung und Wirtschaftsethik ehrliche Anliegen sind: Fach- und Führungskräfte, Selbstständige und Unternehmerinnen, Angestellte, Akademikerinnen und weiblicher Führungsnachwuchs. Der KKV alpha kümmert sich um Themen - mitten im Leben: Verantwortung am Arbeitsplatz, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Karriere und Konkurrenz, ein Leben in Balance, Gesundheit, Frau und Kirche. Mehr unter www.frauen-werte.de.