Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV begrüßt Wahl von Kardinal Marx zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz – Kirche muss in erster Linie „das Reich Gottes verkünden“

„Mit großer Freude begrüßt der KKV die heutige Wahl von Reinhard Kardinal Marx zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Mit ihm haben die Bischöfe eine starke Persönlichkeit gewählt, der die katholische Kirche in Deutschland glaubwürdig und überzeugend nach innen und außen vertreten wird“, so der Bundesvorsitzende des Verbands der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV), Bernd-M. Wehner, in einer ersten Stellungnahme. „Wir sind zuversichtlich, dass der neue Vorsitzende die verschiedenen Strömungen innerhalb der Kirche zusammenführt, um so zu erreichen, dass die katholische Kirche vor allem in Glaubens- und Ethikfragen mit einer Stimme spricht.“

Darüber hinaus geht der katholische Sozialverband davon aus, dass der neue Vorsitzende auch die Sachkompetenz der Verbände – insbesondere in politischen sowie in sozial- und wirt-schaftsethischen Fragen – stärker mit einbinden wird. Gleichzeitig dankte Wehner dem scheidenden Vorsitzenden Erzbischof Robert Zollitsch für sein überaus engagiertes Wirken in den vergangenen Jahren. Mit dem Gesprächsprozess habe er eine Diskussion in Gang gesetzt, die nun konstruktiv fortgeführt werden müsse.

Aufgabe der Kirche ist, das Reich Gottes zu verkünden
„Wenn Papst Franziskus in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium Kardinal Joseph Ratzinger zitierend, den „grauen Pragmatismus des kirchlichen Alltags, bei dem scheinbar alles mit rechten Dingen zugeht, in Wirklichkeit aber der Glaube verbraucht wird und ins Schäbige absinkt (GE 83)“, anprangert, dann sollten ja müssen auch wir uns in Deutschland ernsthaft fragen, ob das auf uns zutrifft“, gibt Wehner zu bedenken. Aufgabe der Kirche – und damit aller Christen – sei es, das Reich Gottes zu verkünden. Das heißt Christus sichtbar und erfahrbar werden zu lassen in der Gemeinschaft, in der Verkündigung, in der Eucharistie und im Zeugnis. „Wenn wir diesen Auftrag ernst nehmen, ist es zweitrangig, mit welchen Strukturen wir dies tun.“ Der eigentliche Notstand der katholischen Kirche heute bestehe, so Wehner weiter, in einer Krise des Glaubens und dem damit verbundenen dramatischen Rückgang der Gläubigen. Wenn es uns nicht mehr gelingt, die „frohe Botschaft“ den Menschen näher zu bringen, dann hat unser Glaube, unser christliches Zeugnis seine Präge- und Überzeugungskraft verloren. Deshalb müssen wir uns ernsthaft fragen, woran das liegt. Hier sind aber nicht nur die Amtsträger gefordert sondern jeder getaufte und gefirmte Christ.
Gleichzeitig sehe man als katholischer Sozialverband aber auch die Notwendigkeit, in der Gesellschaft das christliche Menschenbild gemäß der katholischen Soziallehre immer wieder neu zu vermitteln, um daraus Leitlinien für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen zu entwickeln. Hierzu werde Kardinal Marx als bisheriger Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der DBK sicher weiterhin starke Impulse geben können.