Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV: „Evangelii Gaudium eine ernste Anfrage an Christen, die ehrlich beantwortet werden muss – „Wir müssen unseren Lebensstil überprüfen“

ESSEN – „Das erste Apostolische Schreiben des Papstes sehen wir in erster Linie als eine Anfrage an uns als Christen. Und die müssen wir ehrlich beantworten. Jeder für sich, aber auch jeder katholische Verband und jede katholische Institution.“ Mit diesen Worten begrüßt der Bundesvorsitzende des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, Bernd-M. Wehner, das Schreiben Evangelii Gaudium – Die Freude des Evangeliums, in der Papst Franziskus in klarer und eindrucksvoller Weise die Verkündigung der der Frohen Botschaft in der Welt von Heute darlegt.



Wenn der Papst, Kardinal Joseph Ratzinger zitierend, den „grauen Pragmatismus des kirchlichen Alltags, bei dem scheinbar alles mit rechten Dingen zugeht, in Wirklichkeit aber der Glaube verbraucht wird und ins Schäbige absinkt“, anprangert, dann müsse sich jeder ernsthaft fragen, ob das auf ihn auch zutrifft. Gleichermaßen müssten sich alle in der Wirtschaft tätigen angesprochen fühlen, wenn der Papst das aktuelle ökonomische System der Wirtschaft als „in der Wurzel ungerecht” nennt, weil diese Form der Wirtschaft töte, denn in ihr herrsche das Gesetz des Stärkeren. Allerdings stelle sich dabei auch die Frage, ob man alle Wirtschaftssysteme so über einen Kamm scheren könne. Unabhängig davon dürften aber die von Franziskus kritisierten Punkte, die das Wirtschaftsleben betreffen, nicht einfach beiseite geschoben und als realitätsfern abgetan werden. Wenn er vom Menschen spricht, der nur noch als Konsument gefragt sei oder einer Welt, die in einer neuen Tyrannei des „vergötterten Marktes“ lebe, in der die Finanzspekulation, die Korruption regierten und in der Egoismen herrsche, der sich etwa in Steuerhinterziehung ausdrücke, „dann legt er sicher die Finger auf viele offene Wunden“, so Wehner wörtlich.

Lebensstil überprüfen
„Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen.“ Mit diesen Anfangsworten setze das Apostolische Schreiben ein deutliches Zeichen, worauf es letztlich vor allem für Christen ankomme. „Wenn wir in diesem Sinne die Gedanken des Papstes aufgreifen, dann sind wir vor allem in den reichen Ländern aufgerufen, unseren gesamten Lebensstil zu überprüfen.“ Oder um es mit Kardinal Marx zu formulieren: „Dann kann und muss diese Botschaft die gesamte Wirklichkeit des Menschen verändern.“ Das gelte dann für die Familien, die sozialen Beziehungen, die Wirtschaft und Politik bis hin zur Bewahrung der Schöpfung. Oder, um es salopper zu formulieren: Wenn Du die Welt verändern willst, dann fange bei dem Menschen an, den du morgens im Spiegel siehst.