Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

Geburtshilfe muss sich wieder lohnen KKV alpha setzt sich für mehr Wertschätzung von Hebammen ein

Geburtshilfe muss sich wieder lohnen. Hebammen werden nicht nur schlecht bezahlt, in Deutschland erhalten sie generell zu wenig Wertschätzung für ihre Arbeit. So hat der Deutsche Hebammenverband (DHV) einen durchschnittlichen Stundensatz von 8,50 Euro ermittelt. Abzüglich der Kosten, Sozialversicherungen und Steuern liegen sie fast schon im Bereich des Ehrenamtes. Da ist es nicht verwunderlich, dass seit 2009 über 25 Prozent aller freiberuflichen Hebammen die Geburtshilfe aufgegeben haben.

Schon jetzt gibt es Regionen, in denen keine außerklinische Geburtshilfe mehr angeboten werden kann und auch in Kliniken werden Hebammenstellen gestrichen um Personal einzusparen. Der KKV alpha im Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung  appelliert deshalb an die Politik, eine Stabilisierung des Hebammenwesens voranzutreiben und eine Lösung für die Haftpflichtproblematik zu finden. Die aktuellen Koalitionsverhandlungen geben eine gute Grundlage, die Wahlfreiheit der Frau und eine hebammengeführte Geburtshilfe zu sichern. „Damit eine frühzeitige Aufklärung der natürlichen Geburt, eine individuelle Betreuung während der Geburt und der Stillzeit gewährleistet ist, benötigen wir eine flächendeckende Versorgung mit Hebammenhilfe“, so die Forderung von Iris Kater, Mitglied des KKV alpha Lenkungskreises.

Mitte 2013 wurde die Prämie der beruflichen Haftpflichtversicherung für Hebammen angehoben, die nun 4.480 Euro beträgt. Die Prämienaufwärtsspirale nimmt kein Ende und ein ausreichender Versicherungsmarkt steht  nicht mehr zur Verfügung. Hebammen sind nicht nur grundsätzlich unterversichert, sie müssen auch Altersarmut und durch die steigenden Schadenssummen auch das Risiko der Nachhaftung befürchten, weil die Deckungssummen der Versicherungen nicht mehr ausreichen. Zudem gibt es in Bezug auf die Entwicklungen der Geburtshilfe dringenden politischen Handlungsbedarf. Die immer stärker risikoorientierte Schwangerenvorsorge und interventionsreiche Geburtsmedizin gehen auch mit einer mittlerweile bei 32 Prozent liegenden Kaiserschnittrate einher. Die Risiken für Mutter und Kind, sowie die entstehenden Kosten im Ge-sundheitssystem sind enorm. „Wenn dieser Weg nicht verlassen wird, werden Frauen in der Schwangerschaft, während der Geburt, im Wochenbett und in der Stillzeit nicht mehr von Hebammen begleitet“, befürchtet Iris Kater.

Im KKV alpha haben sich Frauen zusammengeschlossen, denen christliche Werte, faire Führung und Wirtschaftsethik ehrliche Anliegen sind: Fach- und Führungskräfte, Selbstständige und Unternehmerinnen, Angestellte, Akademikerinnen und weiblicher Führungsnachwuchs.
Geboten werden bundesweit Foren zum Austausch und Kennenlernen, Unterstützung und Mentoring: onli-ne, in regionalen Gruppen, in gemeinsamen Veranstaltungen, Seminaren und Aktionen. Der KKV alpha kümmert sich um Themen - mitten im Leben: Verantwortung am Arbeitsplatz, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Karriere und Konkurrenz, ein Leben in Balance, Gesundheit, Frau und Kirche. Mehr unter www.frauen-werte.de.