Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV unterstützt Protestaktion von Einzelhändlern gegen Internet-Käufer – „Der billigste Kauf könnte uns auf Dauer teuer zu stehen kommen.“

ESSEN. Mit großer Sympathie hat der KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwal-tung, den Protest der Einzelhändler in Tönisvorst, einer 30.000 Einwohner zählende Stadt am Niederrhein, gegen die Internet-Käufer verfolgt. „Die örtlichen Händler haben zu Recht auf ein grundlegendes Problem aufmerksam gemacht, über das bisher viel zu wenig gesprochen bzw. nachgedacht wurde“, so der KKV-Bundesvorsitzende Bernd-M. Wehner. In Tönisvorst hatten vor gut einer Woche Einzelhändler ihre Schaufenster mit schwarzer Folie verklebt, um damit gegen die Verödung der Städte wegen des wachsenden Internet-Handels zu protestieren. Gleichzeitig wiesen sie mit plakativen Sprüchen wie: „Hier bekommen Sie noch eine fachliche Beratung“, „Geschenke in letzter Minute gibt es nur bei uns“ oder „Suchen Sie auch Spenden für Ihren Verein? Versuchen Sie das mal im Internet!“ auf die Kehrseite der Medaille hin, wenn es keine Einzelhändler mehr vor Ort gibt.



Preis allein sollte kein Kaufkriterium sein
„Als Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung stehen wir natürlich für einen freien Wettbewerb ein, aber er muss dann auch fair sein“, so der KKV-Bundesvorsitzende. Deswegen sollte jeder Kunde bei seiner Kaufentscheidung immer auch die indirekten Auswirkungen mit bedenken. „So verlockend einerseits ein billiger Preis auch ist, er sollte nicht das alleinige Kauf-kriterium sein.“ So wie zu Recht der Kauf von Billigprodukten aus Fernost wegen der vielfach verbundenen unmenschlichen Arbeitsbedingungen angeprangert werde, so sollte man auch bei Online-Einkäufen bedenken, ob man sich auf Dauer damit nicht einen Bärendienst erweist. Denn wer die Verödung der Innenstädte und die Schließung von Fach- und Einzelhandelsgeschäften in den Innenstädten beklage, gleichzeitig aber immer die billigsten Angebote im Netz oder beim Discounter kaufe, trage letztlich selbst zu dieser Situation bei. „Der Slogan ‚Kauf in deiner Stadt, damit sie eine Zukunft hat’ bringt diesen Zusammenhang auf den Punkt“, unterstreicht Wehner.

Hinzu komme, so der KKV-Bundesvorsitzende, dass beispielsweise der Internet Versandhändler Amazon einen Großteil des Umsatzes mit deutschen Kunden über Luxemburger Gesellschaften abwickele und demzufolge in Deutschland kaum Steuern zahle, wie aus der im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanz für 2012 hervorgehe.

Der KKV appelliert daher an alle Konsumenten, ihre Kaufentscheidungen nicht nur vom Preis abhängig zu machen. „Der billigste Kauf könnte uns auf Dauer einmal teuer zu stehen kommen.“