Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV: „STEUEROASE IST UNSER UNWORT DES JAHRES“ „Himmelschreiende Ungerechtigkeit statt wohliger Oase“

„Steueroasen sind beliebter denn je“ - so und ähnlich klingen aktuelle Schlagzeilen im Zusammenhang mit den vom Internationalen Konsortium für investigative Journalisten (ICIJ) gesammelten Steuersünder-Daten. Als einer der vier großen katholischen Sozialverbände fordert der KKV - Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung die Weitergabe der Daten an die zuständigen Behörden - "nur so können sie wirklich wirken und eine himmelschreiende Ungerechtigkeit beenden", so KKV-Bundesvorsitzender Bernd-M. Wehner. Gleichzeitig hat er heute im Namen des Verbandes den Begriff der "Steueroasen" als Vorschlag zum Unwort des Jahres 2013 bei der Gesellschaft für deutsche Sprache angemeldet. Der Verband begründet seinen Vorschlag damit, "dass eine Oase in ihrer eigentlichen Bedeutung eine grüne Insel im Sandmeer ist. Ein geschlossenes Ökosystem von dessen Reichtum alle Vorbeiziehenden profitieren können.

Im Fall der Steueroasen werde die altägyptische Bedeutung aber auf den Kopf gestellt: Wenige nutzten die steuerlichen Ökosysteme auf Kosten der Allgemeinheit aus und verbrauchten wertvolle Ressourcen. Deshalb sei es ein Unding, diesen Begriff auf Länder oder Regionen anzuwenden, die - oftmals weit jenseits der Armut der Menschen vor Ort - Einzelnen die Möglichkeit zum vollkommen unsolidarischen Verstecken von Erträgen vor der Steuer im eigenen Land geben. Gerade aus der Sicht der katholischen Soziallehre sei dieses Verhalten anzuprangern: "Steuerhinterziehung bedeutet eine bewusste Aufkündigung der bürgerlichen Verantwortung und Solidarität. Steueroase ist somit ein Unwort für ein verantwortungsloses Handeln."

"Wenn allein deutsche Unternehmer und Großverdiener jährlich geschätzte 400 Milliarden Euro dem Fiskus vorenthalten und weltweit bis zu 25 Billiarden Euro in solch "schwarzen Löchern" verschwinden, dann ist das ein Kapitalverbrechen und kein Bagatelldelikt", so Wehner. Gerade Schwellenländer Afrikas oder aber europäische Krisenländer wie Griechenland seien auf funktionierende Steuereinnahmen angewiesen, "um auf die Beine zu kommen".

Würde "Steueroase" zum Unwort 2013 gekürt, so Wehner, könne das helfen, den Blick gezielt auf diese Ungerechtigkeit zu lenken: Damit Gerechtigkeit gelingt, braucht es Fairness von allen Beteiligten. "Am liebsten“, so Wehner, "wäre es mir, wir könnten mit Steueroase einen Ort bezeichnen, an dem ein gerechtes Steuersystem und das Verantwortungsbewusstsein aller Bürger dafür sorgen, dass jeder seinen Beitrag zu einer funktionierenden Solidargemeinschaft leistet."