Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV: Steigende Nahrungsmittelpreise sprechen gegen Biosprit – Getreide gehört auf den Tisch - nicht in den Tank!

Zweifel am Nutzen des Biosprits und am Beimischzwang hat der KKV-Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung. Der katholische Sozialverband stellt sich damit am Tag des Energiegipfels im Kanzleramt auf die Seite von Umweltschützern und des katholischen Hilfswerkes Misereor. „Angesichts der steigenden Weltmarktpreise für Nahrungsmittel unterstützen wir die Forderung von MISEREOR-Bischof Werner Thissen an die Bundesregierung, den Beimischungszwang in den EU-Staaten abzuschaffen“, so der KKV-Bundesvorsitzende Bernd-M. Wehner. Steigende Weltmarktpreise für Lebensmittel stellten gerade die Armen überall auf der Welt vor große Versorgungsprobleme. Außerdem würde der Hang zum Biosprit oft kleinbäuerliche Produzenten vom Markt vertreiben.

Auch wenn ein sofortiger Verkaufsstopp des Biokraftstoffs E10 keine kurzfristige Auswirkung auf die Ernährungssituation in den armen Ländern brächte, so sei er doch ein starkes Zeichen der Industriestaaten, dass es keinen Konflikt zwischen Tank oder Teller geben dürfe. Sollten die EU-Länder an ihrem Ziel festhalten, bis zum Jahre 2020 zehn Prozent des Sprits auf Bioethanol-Basis umzustellen, dann würde dies für viele Investoren weltweit gewaltige Anreize bieten, insbesondere in den armen Ländern noch mehr Anbauflächen für Agrartreibstoffe zu nutzen. „Und das geht automatisch zu Lasten des Anbaus von Nahrungsmitteln“.

Bereits bei der Einführung des Bio-Sprits im April letzten Jahres in Deutschland hatte sich der KKV unter dem Motto „Getreide gehört auf den Tisch - nicht in den Tank!“ eindeutig gegen die Beimischung von zehn Prozent Bioethanol im Benzin ausgesprochen. Das „scheinbar Bestechende nachwachsender Rohstoffe und die Unabhängigkeit vom Öl bleibt Augenwischerei, wenn dafür Lebensmittel fehlen, der Regenwald schwindet und soziale Standards leiden." Dann nämlich bringe "der Biokraftstoff mehr Schaden als Nutzen“, so der KKV-Bundesvorsitzende.

Wehner forderte gleichzeitig die Bundesbürger auf, ihren Lebensstil zu überdenken. „Wenn unser Wohlstand dazu führt, dass andere Menschen darunter leiden, dann ist unser Leben nicht zukunftsfähig.“ Autofahren mit hohem Beninverbrauch sei ökologisch nicht zu haben, das müsse allen klar sein. Eine Lösung könne letztlich nur in sauberen Energien bestehen, bei gleichzeitigem weiteren Senken des Verbrauchs, nicht aber im Verbrennen von Getreide! „Wer kurze Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad statt mit dem Auto  zurücklegt, tut nicht nur was für seine Gesundheit sondern auch für den Umweltschutz.“