Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV: Deutschland braucht eine neue Kultur der Familienfreundlichkeit

„Familienpolitik ist viel mehr als nur die Diskussion um KiTa-Plätze und längere Betreuungszeiten im Kindergarten!" - mit dieser klaren Aussage positioniert sich der KKV - Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung als einer der vier großen katholischen Sozialverbände in der laufenden familienpolitischen Diskussion: "Die deutsche Politik läuft noch immer zu sehr dem Irrglauben hinterher, dass jedem Kindergartenneubau auch mehr Kinder folgten", so Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender des KKV. Dabei verpasse das Land "die Chance, eine echte Kultur der Kinder- und Familienfreundlichkeit zu etablieren." Dazu zähle neben der Vereinbarkeit von Arbeit und Familie für Mütter und Väter auch die bessere Anerkennung und Wertschätzung häuslicher Erziehungsleistung und mehr Akzeptanz für Familien und Kinder in der Gesellschaft.

Was Deutschland fehle, sei echte Familienfreundlichkeit und eine größere Wertschätzung der Familie. "Familien mit Kindern müssen wieder spüren, dass sie von der Gesellschaft - und hier sind vor allem Politik, Wirtschaft, Medien und Verbände angesprochen - anerkannt und nicht als Exoten belächelt werden!“

Als katholischer Sozialverband fordert der KKV eine ganzheitliche "Familienstrategie" für Deutschland. "Entscheidend ist die Entscheidungsfreiheit!" Unabhängig von der - regional sehr unterschiedlichen - Notwendigkeit zum Ausbau der Betreuungseinrichtungen für unter Dreijährige müsse die Entscheidung einer Mutter und eines Vaters, die Kinder zu Hause zu betreuen, volle Anerkennung finden. Finanziell könne hier das Betreuungsgeld die entsprechenden Weichen stellen. Das aber dürfe nicht alles sein: "Wichtig ist auch, dass Wirtschaft und Unternehmen ihren Arbeitnehmern bis in die Führungsebenen hinein echte Wahlfreiheiten zur Familienzeit gewähren."

Selbst das Grundgesetz betone in Artikel 6 den Wert der Familienleistung: "Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht." Wer Familienpolitik nur an der "Erwerbstätigkeit der Eltern" orientiere, handle kurzsichtig: "Schon heute zeigt uns der Fachkräftemangel, dass es vor allem an den Fachkräften der Zukunft fehlt. Die werden wir aber nur bekommen, wenn ein wirklich kinder- und familienfreundliches Deutschland dafür die Grundlage schafft!"

Kritik aus den Reihen der Grünen, die das Betreuungsgeld schlecht reden und darin Elemente eines „rückwärtsgewandten Familienbildes“ sehen, hält Wehner ein Zitat aus dem Bundesprogramm der Grünen von 1980 (Punkt 1.5) entgegen: " Die Mütter oder Väter, die sich aus erzieherischer Verantwortung überwiegend ihren Kindern widmen, gegebenenfalls unter Verzicht auf die Ausübung ihres Berufes, leisten eine Arbeit von größter gesellschaftlicher Bedeutung. Damit die spätere Entwicklung des Kindes ungestört verlaufen kann, sollte in den ersten Jahren möglichst kein Wechsel der Bezugspersonen stattfinden. Darum fordern wir entsprechende Angebote hauswirtschaftlicher und pädagogischer Ausbildung und ein Erziehungsgehalt." Eine Zukunftsgewandtheit, so Wehner, die die Grünen in den vergangenen dreißig Jahren leider verloren hätten.