Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

Transparenz statt Kungelei – KKV für eine neue Arbeitskultur

„In der Wissensgesellschaft wird jeder einzelne Mitarbeiter zu einem unverzichtbaren Experten für einen Zwischenschritt. Bestimmte Probleme kann nur er (oder sie) mit seinem Spezialwissen, seinen Erfahrungen und persönlichen Kontakten lösen. Er ist auf einmal für die ganze Firma verantwortlich – zumindest was sein Fachgebiet angeht.“ Mit diesen Worten umriss Erik Händeler, Zukunftsforscher und stv. Landesvorsitzender des KKV Bayern, auf der Hauptauschuss-Sitzung des KKV-Bundesverbandes, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, die neue Situation in den Unternehmen. Produktiver Umgang mit Wissen erzwinge andere Abläufe als bisher; er benötige andere Verhaltensweisen als die gewohnten Muster. Heute sei Arbeit vor allem immateriell: Analysieren, entwickeln, entscheiden, aufbereiten, in der gigantische Wissensflut das Wissen finden und anwenden, das man brauche, um ein Problem zu lösen. Das verändere die Strukturen. „Doch viel mehr als diese Strukturveränderungen ist das wirklich Neue etwas Soziales: Umgang mit Wissen ist immer Umgang mit anderen Menschen, die wir unterschiedlich gut kennen, unterschiedlich gerne mögen und mit denen wir unterschiedlich viele berechtigte Konflikte haben“, so Händeler weiter.

 

 

Unter dem Motto „Kooperation statt Klüngelei“ befasste sich der KKV-Hauptausschuss auf seiner Sitzung in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim an der Ruhr mit der neuen Arbeitskultur. Der Hauptausschuss ist das oberste beschlussfassende Gremium des KKV zwischen den Verbandstagen. Dr. Klaus-Stefan Krieger, Vorsitzender des Gremiums, brachte es auf den Punkt, als er feststellte: „Was wir in unserer Gesellschaft benötigen, ist eine neue Arbeitskultur. Sie muss gekennzeichnet sein durch Kooperationsfähigkeit, transparente Entscheidungsfindung, Versöhnungsbereitschaft und eine Verantwortung, die über die eigene Karriere hinausgeht.“ Deshalb müssten Spielregeln klar benannt werden. Sie hätten weniger mit Fachkompetenz oder Organisation zu tun, sondern mit ethischer Qualität: Transparenz statt Kungelei, Versöhnungsbereitschaft statt ewiger Fehden, Authentizität statt Blendung, Kompetenz statt Statusorientierung, Kooperationsfähigkeit statt Machtkämpfe, langfristige Orientierung statt Oberflächlichkeit, und eine Verantwortung, die über die eigene Karriere und die eigene Kostenstelle hinausgehe.

„Letztlich ist eine gute Arbeitskultur nichts anderes als eine ethische Frage. Wie achte ich meinen Arbeitskollegen? Welche Wertschätzung lasse ich ihm zukommen? Sehe ich ihn als Konkurrenten oder als Mitmenschen, dem ich einen Vertrauensvorschuss gebe?“ Mit diesen Worten unterstrich der Bundesvorsitzende des KKV, Bernd-M. Wehner, die Bedeutung des menschlichen Miteinanders auch am Arbeitsplatz. Letztlich müsse „nur“ das christliche Gebot der Nächstenliebe umgesetzt werden. Dies bedeute keinen Nachteil sondern sogar Vorteile für alle. „Schließlich werden jene Unternehmen am produktivsten arbeiten, die die geringsten Reibungsverluste in der Zusammenarbeit erleiden. Nur die werden am Markt überleben, in denen die Wahrnehmung am ehesten mit den tatsächlichen Leistungen und Fähigkeiten übereinstimmen“, unterstrich Wehner.

Der KKV wolle daher in einer breiten Diskussion Regeln für eine gute Zusammenarbeit formulieren. Das Projekt „Die neue Arbeitskultur“ biete allen Interessierten die Möglichkeit zur Mitwirkung. Auf der Website www.neuearbeitskultur.de werden Ideen, Vorschläge und Anregungen gesammelt.