Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV erinnert an 200. Geburtstag von Ludwig Windthorst – Zentrumspolitiker war auch langjähriger Ehrenpräsident des Verbandes

„Ludwig Windthorst, dessen 200. Geburtstag sich am 17. Januar zum zweihundertsten Mal jährt, war nicht nur ein führender Zentrumspolitiker sondern auch langjähriger Ehrenpräsident des Verbandes KKV war.“ Mit diesen Worten erinnerte Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender des KKV – Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, an die enge Verbundenheit des Politikers mit dem katholischen Sozialverband. Bereits zwei Jahre nach der Gründung des damaligen Katholischen-Kaufmännischen Vereins – also 1879 –  habe Windthorst den KKV wie folgt charakterisiert: "Diesem Verein können wir alle nicht genug Aufmerksamkeit schenken.

 

Sehen Sie sich um, so werden Sie finden, dass die verderblichen Einflüsse nihilistischer An-schauung sich am allerstärksten geltend machen in den industriellen Kreisen, und zwar, dass insbesondere die Handelsreisenden falsche Propheten des Liberalismus sind ... An diese Übel-stände legt dieser Verein die Axt an."

Ludwig Windthorst, wurde am 17. Januar 1812 als zweites von acht Kindern auf dem in der Nähe von Osnabrück gelegenen Gut Kaldenhof geboren. Von 1823 – 1830 besuchte er in Osnabrück das Gymnasium (hier wohnte er bei seinem Onkel, dem Pfarre der Domgemeinde). 1857 – 1862 kehrte er nach Osnabrück zurück und wirkte hier als Rechtsanwalt. Nicht zuletzt aus diesem Grund hatte sich die KKV-Ortsgemeinschaft in Osnabrück bereits im Jahre 2001 dafür aus-gesprochen, Ludwig Windthorst im Bewusstsein der Bevölkerung wieder stärker zu verankern. Dieser Initiative ist es mit zu verdanken, dass dem Politiker am Osnabrücker Dom ein Denkmal errichtet wurde.

Nach der Reichsgründung wurde Windthorst zum Abgeordneten des deutschen Reichtages ge-wählt. Er stieg dann schnell zum unumstrittenen Führer der Zentrumspartei auf, auch wenn er nicht deren Vorsitz innehatte. Er widersetzte sich insbesondere den während des Kulturkampfes erlassenen antikirchlichen Gesetze und wurde damit zum großen Gegenspieler des Reichskanz-lers Otto von Bismarck.

„Als KKV werden wir weiterhin das Andenken Windthorsts bewahren“, so der KKV-Bundesvorsitzende. Als eine Gemeinschaft engagierter Katholiken aus Wirtschaft und Verwal-tung wolle der Verband solidarisch und mitgestaltend in Beruf und Arbeitswelt, in Staat und Ge-sellschaft wirken, um so christlichen Wertvorstellungen Geltung zu verschaffen. So wie sich Windthorst zum Anwalt gegen Willkür und Staatsallmacht verstand, so plädiere auch der KKV heute immer wieder dafür, „dass Freiheit, Selbstverantwortung, Eigeninitiative und Wettbewerb die Erfolgsfaktoren eines erfolgreichen Wirtschafts- und Sozialsystems sind und bleiben“. Hierzu brauche man ein neues Leitbild für eine ganzheitliche Politik und man brauche Bürger, die bereit seien, Verantwortung in Staat und Gesellschaft zu übernehmen. „Kurzum wir brauchen Bürger, die, um mit John F. Kennedy zu sprechen, nicht fragen, was kann mein Land für mich tun, son-dern die fragen, was kann ich für mein Land tun?"