Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
www.kkv-bund.de
KKV-Bundesverband

KKV: Debatte um Rentenbeginn mit 67 so unnötig wie ein Kropf – Ältere Arbeitnehmer verstärkt einstellen

„Wie man angesichts der demografischen Entwicklung die Rente mit 67 – kaum dass sie in klei-nen Schritten gestartet ist – schon wieder in Frage stellen kann, ist unbegreiflich. Angesichts der immer höheren Lebenserwartung ist dieser Schritt unumgänglich und eine erneute Debatte, wie sie jetzt von CSU-Chef Horst Seehofer ausgelöst wurde, darüber so unnötig wie ein Kropf“, so Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender des KKV – Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung. Parteipolitisch nachvollziehbar sei zwar der Versuch der SPD aus dieser Thematik Kapital zu schlagen, „sachlich gerechtfertigt ist er aber nicht“.

Damit kritisiert der katholische Sozialverband die Ankündigung der SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, einen Gesetzentwurf ins Parlament einzubringen, der die Anhebung des Renteneintrittsalters aussetzen soll. Offenbar habe die SPD vergessen, dass es der ehemalige SPD-Arbeitsminister Müntefering gewesen sei, der bereits 2007 den Mut hatte, dieses heiße Eisen anzupacken. Der katholische Sozialverband appelliert deshalb an die Politiker, an der beschlossenen Maßnahme festzuhalten.

„Natürlich weiß auch der KKV, dass die schrittweise Einführung des späteren Rentenalters keine populäre Maßnahme ist“, so Wehner. Aber gute Politik dürfe sich eben nicht an kurzfristigen Umfrageergebnissen orientieren, „sie muss zukunftsorientiert und nachhaltig große Probleme lösen.“ Die Rentenprobleme von heute dürften nicht auf Kosten der künftigen Generationen ge-schultert werden, unterstreicht der KKV-Bundesvorsitzende. Eine Gesellschaft, die immer älter werde, gleichzeitig aber weniger Kinder bekomme, müsse sich darüber im Klaren sein, dass auf dieser Basis ein Rentensystem, das auf dem Umlageverfahren beruhe, nur funktionieren könne, wenn man entweder den Rentenbeginn nach hinten verschiebe oder aber die Rentenbeiträge erhöhe. Letzteres bedeute aber die Lasten auf die Kinder bzw. Kindeskinder abzuwälzen – „und das darf schlichtweg kein Ziel der Politik sein.“

Zu Beginn des Europäischen Jahres für Aktives Altern und die Solidarität zwischen den Genera-tionen 2012 appelliert der KKV an die Unternehmer, verstärkt auch ältere Arbeitnehmer einzu-stellen, und gleichzeitig generationengerechte Arbeitsplätze und ein gesund erhaltendes Ar-beitsumfeld zu schaffen. „Der Sachverstand und die Erfahrung dieser Mitarbeiter ist vielfach mehr wert, als ungestüme Dynamik und fehlender Überblick so mancher Berufsanfänger. Im Übrigen zeige der Fachkräftemangel schon jetzt, dass es für Unternehmen immer wichtiger wer-de, qualifizierte Kräfte auch während einer Krise zu behalten, statt sie zu entlassen, um dann beim nächsten Aufschwung wieder mühsam qualifizierte Mitarbeiter zu suchen.