Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
www.kkv-bund.de
KKV-Bundesverband

KKV würdigt „Sozialbischof“ Ketteler anlässlich seines 200. Geburtstages – Katholische Soziallehre in heutige Sprache übersetzen

„Christ sein heißt politisch sein.“ Mit diesem Buchtitel habe Kardinal Reinhard Marx das Anliegen von Bischof Wilhelm Emanuel von Ketteler, dessen Geburtstag sich am 25.12 zum 200. Mal jährt, auf den Punkt gebracht. „Ketteler hat bereits vor rund 160 Jahren klar erkannt, dass neben der karitativen Fürsorge im Einzelfall auch die Sozialpolitik so gestaltet werden muss, dass sie Strukturen schafft, die gerecht sind“, unterstreicht Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, die herausragende Bedeutung des Mainzer Bischofs.

Ketteler habe zu Recht betont, dass soziale Gerechtigkeit unmittelbar zum ‚depositum fidei’, also zum Glaubenskern dazu gehöre und kein Anhängsel sei. Deshalb müsse sich die Kirche äußern, wenn es um die Menschenwürde und das Miteinander gehe, so der KKV-Vorsitzende.

Als katholischer Sozialverband sei der KKV, der 1877 – dem Todesjahr von Kettelers – in Mainz als Katholisch Kaufmännischer Verein gegründet wurde, in besonderer Weise der katholischen Soziallehre verpflichtet, deren Wegbereiter der Mainzer Bischof gewesen sei. “Aus diesem Grund hat auch der KKV im Rahmen des von der Deutschen Bischofskonferenz angeregten Dialogprozesses vorgeschlagen, das christliche Menschenbild gemäß der katholischen Soziallehre neu zu vermitteln, um daraus Leitlinien für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen zu entwickeln“, so Wehner weiter.

In einem 15-Punkte-Papier zeige der KKV die entsprechenden Handlungsfelder auf. „Ein besonderes Anliegen ist uns dabei, die katholische Soziallehre in die Sprache der heutigen Zeit zu übersetzen und anhand praktischer Beispiele konkrete Anwendungsfelder aufzuzeigen.“ Mit Freude stelle der KKV fest, dass dieser Vorschlag bereits auf offene Ohren gestoßen sei. So habe Kardinal Marx als Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz diese Initiative ausdrücklich begrüßt. Im Übrigen gebe es bereits konkrete Gespräche mit potentiellen Partnern, wie man dieses Anliegen umsetzen könne.