Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV: Den Menschen auch in virtuellen Räumen schützen Kritik an sozialen Netzwerken wie facebook

ESSEN/BRÜSSEL. Europa will die Rechte der Bürger in virtuellen sozialen Netzwerken wie facebook stärken - ein Vorhaben, das der KKV - Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung - als einer der großen katholischen Sozialverbände in Deutschland ausdrücklich begrüßt. Virtuelle Welten und Vernetzung, so der KKV-Bundesvorsitzende Bernd-M. Wehner, seien alltägliche Realität vieler. "Und das soziale, gesellschaftliche Leben im Land kann davon profitieren - vorausgesetzt, es steht der Mensch im Mittelpunkt und nicht allein der Markt."
Der KKV selbst sei einer der Vorreiter unter den katholischen Verbänden, wenn es um die Nutzung der modernen Medien und virtueller Netzwerke geht: Seine Angebote finden sich etwa bei facebook, youtube, twitter und xing. "Wir wissen um die Bedeutung der virtuellen Netzwerke und wollen ihren sozialen Mehrwert nutzen, der auch der zeitlosen Botschaft der Kirche entgegenkommt."

Gleichzeitig zeige die eigene Erfahrung, "dass man den Anbietern nicht blind vertrauen darf. Es ist ein harter Markt - da treten Mensch und Persönlichkeitsrechte zu schnell in den Hintergrund."
Soziale Netzwerke wie facebook ließen sich deshalb auch im Sinn der christlichen Soziallehre begreifen und bewerten: "Solidarität und Personalität sind zwei der tragenden Säulen unserer Soziallehre. Sie müssen aber auch ganz aktuell dann im Mittelpunkt stehen, wenn wir von Nutzen und Grenzen der Vernetzung im Internet sprechen." Würden Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte, so Wehner, von Menschen im Netz mit Füßen getreten, sei der Staat gefordert." Es sei deshalb nur gut, wenn sich die EU - wie gestern von der zuständigen Kommissarin Viviane Reding in Berlin angekündigt - mit Bedacht an eine Regulierung der sozialen Netzwerke wage.

"Keiner will bürokratische Bürden - sondern Grenzen, die den Menschen in virtuellen Welten schützen." So sei es schlicht nicht akzeptierbar, dass Firmen ungefragt mit persönlichen Daten jonglierten oder aber ein Überblick über die automatische Weitergabe dieser nur schwer zu erfassen sei." Hier nur auf die Selbstbestimmung der Verbraucher zu setzen, verkenne die Realität: "Viele verkennen die Herausforderungen und Gefahren des Netzes oder haben sich nie damit beschäftigt. Kinder und Jugendliche sowie Senioren sind besonders gefährdet." Ziel müsse es sein, sie auf dem Weg in die virtuellen Welt zu begleiten, klare gesetzliche Regelungen zu schaffen und parallel die Medienkompetenz zu erhöhen: "Wer weiß, worauf er sich einlässt, wird soziale Netzwerke mit anderen Augen betreten."