Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
www.kkv-bund.de
KKV-Bundesverband

KKV-Appell an Bundestagsabgeordnete vor PID-Debatte: Lebensrecht und Menschenwürde sind nicht interpretierbar

„Wo menschliches Leben existiert, kommt ihm Menschenwürde zu; es ist nicht entscheidend, ob der Träger sich dieser Würde bewusst ist und sie selbst zu wahren weiß. Die von Anfang an im menschlichen Sein angelegten potenziellen Fähigkeiten genügen, um die Menschenwürde zu begründen“ (BVerfGE 39, 1, 41; vgl. auch BVerfGE 88, 203, 252). "Diese eindeutige Aussage des Bundesverfassungsgerichts sollten sich alle Bundestagsabgeordneten nochmals verinnerlichen, wenn sie am kommenden Donnerstag im Plenum über die Freigabe der Präimplantationsdiagnostik (PID) diskutieren", so der Appell des KKV-Bundesvorsitzenden Bernd-M. Wehner.



Wehner erinnerte erneut daran, dass der Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) immer wieder für eine Menschenwürde ohne Wenn und Aber plädiere. Und da der Mensch sich von der Befruchtung an als Mensch und nicht zum Menschen entwickele, müsse dieser Schutz von diesem Zeitpunkt an gelten. Alles andere sei nur eine willkürliche Festlegung. "Deshalb darf es beim Lebensrecht keinen Kompromiss geben und deshalb muss der Bundestag in einem Gesetz Gentests an Embryonen verbieten."

Gleichzeitig bedauert der KKV, dass sich auch der Ethikrat in seiner Stellungnahme – wenn auch mit knapper Mehrheit – für eine begrenzte Freigabe der PID ausgesprochen habe. Dies sei um so erstaunlicher, da sich immerhin 25 der 26 Ratsmitglieder dem ersten Teil der Expertise angeschlossen haben. "Die hier aufgeführten Fakten zeigen sämtliche Risiken der Reproduktionsmedizin und hätten eine deutliche Mehrheit für die Ablehnung der PID zur Folge haben müssen", so Wehner weiter.

"Natürlich verstehen wir Eltern, dass sie ein gesundes Kind haben möchten. Allerdings darf dieser Wunsch nicht auf Kosten anderer erfüllt werden." Prof. Eberhard Schockenhoff, katholischer Theologe und Mitglied des Ethikrates, habe zu Recht darauf hingewiesen, dass eine Mutter nicht berechtigt sei, Embryonen als eine Art Auswahlmaterial zu betrachten. Hinzu komme, dass man bei der Präimplantationsdiagnostik letztlich nur Prognosen erstellen könne, bei denen aber niemand mit Sicherheit sagen können, dass sie auch wirklich eintreten müssten.