Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
www.kkv-bund.de
KKV-Bundesverband

KKV fordert mehr Ethik und Moral in Wirtschaft und Verwaltung

"Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat es nochmals deutlich gemacht. Ohne Ethik und Moral kann die Wirtschaft auf Dauer nicht funktionieren, schon gar nicht die Soziale Marktwirtschaft. Deshalb sollten vor allem Führungskräfte in Wirtschaft und Verwaltung Werten wie Vertrauen, Zuverlässigkeit, Gerechtigkeit und Chancengleichheit wieder größere Bedeutung beimessen", erklärte der Bundesvorsitzende des Verbands der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV), Bernd-M. Wehner, nach einem Gespräch des Bundesvorstandes mit Mitgliedern des KKV-Beraterkreises.

Der KKV halte bereits seit über 130 Jahren die Fahne der katholischen Soziallehre, der kaufmännischen Tugenden und wirtschaftsethischen Handelns hoch und plädiere gerade jetzt für eine Rückbesinnung auf die Werte und eine entschlossene Renaissance der Sozialen Marktwirtschaft", unterstrich Wehner. Schon Papst Benedikt XVI. habe als Kardinal 1985 bei einem Symposium in Rom zu Recht formuliert: "Die Marktregeln funktionieren nur dann, wenn ein moralischer Grundkonsens besteht und sie trägt."

Unter dem Stichwort "Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit" diskutierten die Teilnehmer sodann Fragen der aktuellen Familienpolitik. So wies KKV-Beraterin Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer darauf hin, dass insbesondere Fragen zur adäquaten Kinderbetreuung und Erwerbstätigkeit (insbesondere von Frauen) in Deutschland mehr als anderswo thematisiert werden müssten. Dabei sei insbesondere die Wahlfreiheit für Familien herauszustellen, ohne dass ein bestimmtes Gesellschaftsmodell bevorzugt würde. Dies sei gerade in Deutschland fast ein ideologisches Problem. So sei es letztlich ein Eingriff in das Erziehungsrecht der Eltern, wenn man den Besuch von Kindertageseinrichtungen (Ganztagsbetreuung) verpflichtend für alle Kinder vorschreibe. Dabei verkenne man nicht, dass ein Besuch von solchen Einrichtungen für viele Kinder positiv sein könne. Ähnlich argumentierte auch Dr. Albert Wunsch. Auch er warnte vor zu viel Einmischung des Staates bei der Erziehung der Kinder. Vielmehr müssten Eltern finanziell und ideell darin unterstützt werden, dass sie ihrem Erziehungsauftrag auch nachkommen könnten. Darüber hinaus gelte es Kinder sowohl zu fördern als auch zu fordern. Verwöhnung und Unterforderung führe letztlich zur Unselbständigkeit und häufig zu sozialem Fehlverhalten.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs waren Fragen der Bildung und der Bildungsgerechtigkeit. So war man sich einig, dass auch hier die sozial-ethische Perspektive ein wesentlicher Faktor sein müsse. Zudem müsste gewährleistet sein, dass die Bildungsabschlüsse in allen Bundesländern gleich seien. In einem Grundsatzpapier will deshalb der KKV demnächst Bildungsstandards aufzeigen, die sich am christlichen Menschenbild orientieren und die in den Bildungsauftrag gehörten.