Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV: Für Verbot von Gentests an Embryonen - Lebensrecht und Menschenwürde sind nicht interpretierbar

"Die Selektion extrakorporal erzeugter Embryonen ist ein massiver Verstoß gegen Buchstaben und Geist von Grundgesetz und Embryonenschutzgesetz. Die Verwerfung eines Embryos aufgrund eines auffälligen Chromosomenbefundes verstößt nicht nur gegen das Achtungsgebot der Menschenwürde und das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, sondern auch gegen das im Grundgesetz festgeschriebene Verbot der Benachteiligung wegen einer Behinderung, das einen Embryo mit voraussichtlichem Gendefekt ebenso vor Diskriminierung schützt wie geborene Menschen mit Behinderung."

"Wir unterstützen ausdrücklich diese Sichtweise von Weihbischof Anton Losinger, dass er als Mitglied des Deutschen Ethikrates das Lebensrecht und die Menschenwürde auch des ungeborenen Kindes verteidigt", erklärte heute Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, in Essen. Wehner erinnerte erneut daran, dass der KKV immer wieder für eine Menschenwürde ohne Wenn und Aber plädiere. Und da der Mensch sich von der Befruchtung an als Mensch und nicht zum Menschen entwickele, müsse dieser Schutz von diesem Zeitpunkt an gelten. Alles andere sei nur eine willkürliche Festlegung. "Deshalb darf es beim Lebensrecht keinen Kompromiss geben und deshalb muss der Bundestag in einem Gesetz Gentests an Embryonen verbieten."

Gleichzeitig bedauert der KKV, dass es in dieser Frage keine einheitliche Haltung der evangelischen Kirche gebe. Um so mehr begrüße man, dass jetzt auch die Bundeskanzlerin ein "klares Bekenntnis" für ein PID-Verbot abgelegt habe.

"So sehr wir Eltern verstehen können, dass sie ein gesundes Kind haben möchten, so sehr weisen wir aber auch darauf hin, dass die Unterscheidung zwischen vermeintlich gutem und schlechtem Leben der Willkür Tür und Tor öffnet", so der KKV-Bundesvorsitzende. Im Übrigen weise selbst die Bundesärztekammer darauf hin, dass es eine Illusion sei, in der Praxis zwischen schwerer genetischer Krankheit und einem weniger schwerwiegenden Defekt zu unterscheiden. Hinzu komme, dass man bei der Präimplantationsdiagnostik letztlich nur Prognosen erstellen könne, bei denen aber niemand mit Sicherheit sagen können, dass sie auch wirklich eintreten müssten.