Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
www.kkv-bund.de
KKV-Bundesverband

KKV trifft Abgeordnete und fordert: "Sozial ist, was den Einzelnen zur Eigeninitiative ermutigt"

"Getreu der Devise 'Die christliche Botschaft lässt sich nicht auf das Religiöse beschränken' legt der KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, Wert darauf, den Dialog zwischen Politik und Kirche zu optimieren. Deshalb pflegen wir das Gespräch mit den Abgeordneten, um so immer wieder das Ohr am Puls der Zeit zu haben." Mit diesen Worten unterstrich der Bundesvorsitzende des KKV, Bernd-M. Wehner, den Anspruch des katholischen Sozialverbandes sich in der Politik einzumischen und auf der Basis der katholischen Soziallehre Lösungen für die wirtschafts- und sozialpolitischen Probleme zu finden.

Aus diesem Grund hatte der KKV gemeinsam mit dem arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Karl Schiewerling einige Bundestagsabgeordnete zum "Ersten wirtschaftsethischen Frühstück" in Berlin eingeladen.

Schiewerling ging in seinem kurzen Statement auch auf die derzeitige aktuelle Diskussion zu Hartz IV ein. "Wir machen ernst mit der Förderung der Kinder. All das hat es vorher nicht gegeben!“. Dabei erinnerte er an den eigentlichen Anlass für die jetzige Reform: nämlich die Hartz IV-Sätze transparent und nachvollziehbar zu berechnen. "Genau diesem Auftrag des Verfassungsgerichts sind Koalition und Regierung mit dem jetzt vorgestellten Gesetzesentwurf konsequent und vollauf gerecht geworden."

Der KKV-Bundesvorsitzende erinnerte daran, dass für den KKV das Prinzip der Subsidiarität, das heißt die Hilfe zur Selbsthilfe, ein wichtiger Faktor auch bei der Sozialpolitik sei. Die sozialste Tat sei es deshalb, den Menschen wieder auf die eigenen Füße zu stellen. Eigenverantwortung sei nicht unsozial, sondern das Kennzeichen einer Gesellschaft, die soziale Gerechtigkeit anstrebe. "Sozial ist deshalb, was den Einzelnen zur Eigeninitiative ermutigt und zur Eigenständigkeit befähigt", so Wehner wörtlich. Auf die Politik bezogen bedeute das, dass eine Politik, die sich am christlichen Menschenbild und damit an der katholischen Soziallehre orientiere, die Förderung des Einzelnen zum Ziel haben müsse.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Gespräche fortgesetzt werden sollten. Dabei wolle man sich künftig auf konkrete Themen konzentrieren, um so einen intensiveren Gedankenaustausch zu ermöglichen. Gemeinsame Basis hierfür sei die Soziale Marktwirtschaft mit ihren ethischen Grundwerten und dem damit verbundenen christlichen Menschenbild. Damit dies wieder stärker ins Bewusstsein gerufen würde, habe der KKV für sein Jahresthema das Motto gewählt: "Renaissance der Sozialen Marktwirtschaft – Hoffnungszeichen für eine gerechtere Welt".