Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV kritisiert die Höhe der Pension für HRE-Banker – 240.000 Euro pro Jahr nach einem 19-monatigen Gastspiel ist ein Schlag ins Gesicht

"Es fällt einem nichts mehr dazu ein, mit welcher Unverfrorenheit einige Bankmanager auch nach der Finanzkrise Pensionen einstreichen, obwohl ihr Institut nur dank staatlicher Unterstützungsmaßnahmen überleben konnte. Das ist nicht vermittelbar und in höchstem Maße ungerecht." Mit dieser Feststellung kritisiert der Bundesvorsitzende des Verbandes der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV), Bernd-M. Wehner, erneut die offenbar nicht zu bremsende Gier einiger Manager – konkret die von Axel Wieandt, Ex-Chef der Münchener Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) sowie von zwei weiteren Vorstandsmitgliedern.

Es bleibe unbegreiflich, wie man mitten in der Finanzkrise mit einem Banker einen solchen lukrativen Arbeitsvertrag abschließen konnte. "Allein die Tatsache, dass man Herrn Wieandt ab dem 60. Lebensjahr ein jährliches Altersgeld von 240.000 Eure – unabhängig von der Dauer seiner Beschäftigung – zugebilligt hat, ist ein Schlag ins Gesicht für alle Steuerzahler – von den Hartz IV-Empfängern ganz zu schweigen", so Wehner wörtlich.

Der KKV erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass der Chef der maroden Immobilienbank sich sogar Anfang 2009 eine einmalige Sonderzuwendung von 500.000 Euro genehmigt hatte. Besonders pikant dabei: Der Betrag sollte als Ausgleich dafür gezahlt worden sein, weil das Gehalt des Bankenchefs aufgrund der Verstaatlichung der Hypo Real Estate Anfang April 2009 auf 500.000 Euro begrenzt wurde. "Wenn man dann noch erfährt, dass die Bankenaufsichtsbehörde Bafin dem Vorstandsvorsitzenden sowie zwei seiner Vorstandsmitglieder sogar die Kompetenzen für ihre Posten abgesprochen hat, ist man eigentlich sprachlos", so Wehner weiter.

"Topmanager, die so unverfroren für ihre eigenen Interessen eintreten, leisten unserer sozialen Marktwirtschaft einen Bärendienst", so der KKV-Bundesvorsitzende weiter. Die Bankenmanager wären gut beraten, einmal über die Aussage nachzudenken, die im "Kompendium der Soziallehre der Kirche" unter dem Stichwort "Das Unternehmen und seine Ziele" nachzulesen sei: "Den Angehörigen des Unternehmens muss bewusst sein, dass die Gemeinschaft, innerhalb deren sie tätig sind, ein Gut für alle und keine Struktur darstellt, die ausschließlich dazu da ist, die persönlichen Interessen Einzelner zu befriedigen" (Ziffer 339).