Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV: Soziale Marktwirtschaft nicht neu erfinden - sondern neu leben

„Jetzt schlägt die Stunde einer neuen, nachhaltig sozialen Marktwirtschaft – begründet auf einem festen Wertefundament, das den Menschen wieder ins Zentrum rückt“, so Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender des KKV – Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, anlässlich der Veröffentlichung einer Bertelsmann-Studie, wonach sich neun von zehn Deutschen eine neue Wirtschaftsordnung wünschen. "Die Krise und ihre Verursacher haben das Vertrauen der Menschen verletzt.“ Die christliche Soziallehre weise da wertvolle Wege und baue Brücken.

„Es ist notwendiger denn je, dass die ethischen Grundwerte der Sozialen Marktwirtschaft und das damit verbundene Menschenbild wieder ins Bewusstsein gerufen werden. Die Kirchen können hierbei glaubhaft eine zentrale Rolle in der gesellschaftlichen Wertediskussion übernehmen." Schließlich basierte schon für Wilhelm Röpke, einer der geistigen Väter der Sozialen Marktwirtschaft, diese Wirtschaftsordnung auf dem Ethos der Marktteilnehmer und deren Menschenbild.

Nicht zuletzt deshalb habe der KKV bereits im Herbst 2009 sein Jahresthema unter das Motto "Renaissance der Sozialen Marktwirtschaft – Hoffnungszeichen für eine gerechtere Welt“ gestellt. "Wir machen damit deutlich, dass Freiheit, Selbstverantwortung, Eigeninitiative und Wettbewerb die Erfolgsfaktoren eines erfolgreichen Wirtschafts- und Sozialsystems sind und bleiben", so der KKV-Bundesvorsitzende. Gleichzeitig gehöre dazu aber auch ein durchsetzungsfähiger Staat, der für einen stabilen Rechtsrahmen und eine Sozialordnung sorge, die auf Eigenvorsorge und Solidarität mit den Schwachen setze.

Im Übrigen zeige das Ergebnis der Studie eindrucksvoll, so Wehner weiter, "dass die Menschen keine Platitüden und bloßen Slogans als Antwort auf die Krise akzeptieren“. Selbst im Detail sei die Studie überraschend: "Wenn drei Viertel der Befragten sagen, Umweltschutz und Schuldenabbau seien wichtiger als der bloße Wohlstand, so ist das ein klares Votum."
Aufbauend auf dieser verantwortungsbewussten Einstellung der Befragten gelte es, den in der katholischen Soziallehre und der christlichen Sozialethik formulierten "Dritten Weg" einer Ordnungspolitik zu beschreiten, die marktwirtschaftliche Freiheit und soziale Verantwortung erfolgreich miteinander verknüpft und den Menschen in den Mittelpunkt rückt. Damit ist die Soziale Marktwirtschaft auch morgen Grundlage und Hoffnungszeichen einer nachhaltigen und sozial gerechten Entwicklung globaler Dimension – die dringend danach verlangt, über das bloße Schlagwort hinaus gedacht und fortgeschrieben zu werden.