Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV kritisiert Vorschlag von Erzbischof Zollitsch Hartz-IV-Regelsätze über Schulden zu finanzieren

"Gut gemeint, ist nicht immer gut gemacht." Mit dieser Feststellung kritisiert der Bundesvorsitzende der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV), Bernd M. Wehner, den Vorschlag von Erzbischof Zollitsch, eine Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze notfalls über mehr Schulden zu finanzieren. "Das ist ganz sicher der falsche Weg. Wir können nicht die sozialen Probleme von heute auf Kosten der künftigen Generationen lösen."

Wenn schon höhere Zahlungen erforderlich seien, dann müssten sie an anderen Stellen im Haushalt eingespart werden. Die Rücknahme der Kürzung der Mehrwertsteuer für Hotels sei nur eine von vielen Möglichkeiten.

Natürlich sei es unumstritten, dass auch Hartz-IV-Empfänger ein menschenwürdiges Leben führen können. Hierzu gehöre auch, die Anpassung der Leistungen an die jeweiligen Kosten für den Lebensunterhalt. Genauso wichtig sei es aber auch, jedem die Chance auf selbstgeschaffenen Wohlstand zu geben. "Die sozialste Tat ist immer noch, Menschen wieder auf die eigenen Füße zu stellen, statt sie auf Dauer zu alimentieren", so der KKV-Bundesvorsitzende.

Als einer der großen katholischen Sozialverbände Deutschlands fordert der KKV seit langem "gangbare Schritte zu mehr Eigenverantwortung.“ Bloße Umverteilung, so Wehner, "schafft selten Mehrwert und Gerechtigkeit“. Der KKV warnt deshalb schon seit Jahren davor, dass das derzeitige System der sozialen Sicherung – nicht zuletzt aufgrund der demographischen Entwicklung – auf Dauer nicht zu finanzieren sei. Aus diesem Grund plädiert er auch jetzt wieder für eine Stärkung der Eigenverantwortung und das Prinzip der Subsidiarität. Deshalb müssten im System mehr Anreize geschaffen werden, die alle Beteiligten belohne, selbst aktiv zu werden. Subsidiarität – auch Hilfe zur Selbsthilfe genannt – beschränke sich daher auf "hilfreichen Beistand". Hilfreich sei demzufolge der Beistand, der die Selbstentfaltung fördere, so Wehner weiter. Hierzu gehöre beispielsweise, dass alles getan werde, dass insbesondere sozial benachteiligten Kindern, ein besserer Zugang zur Bildung ermöglicht werde.