Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
www.kkv-bund.de
KKV-Bundesverband

KKV fordert Nachbesserung des Embryonenschutzgesetzes - Menschenwürde ist nicht interpretierbar

"Wenn das Embryonenschutzgesetz seinem Namen gerecht bleiben soll, dann muss es umgehend so nachgebessert werden, dass künftig Gentests an Embryonen generell verboten sind. Nur so ist gewährleistet, dass die Präimplantationsdiagnostik (PID) nicht dazu missbraucht wird, dass Embryonen bei einer künstlichen Befruchtung bereits im Vorfeld – aus welchen Gründen auch immer – aussortiert und letztlich getötet werden."

Mit diesem Appell an die Politik zieht Bernd-M. Wehner, Vorsitzender des KKV-Bundesverbandes, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, die Schlussfolgerung aus dem jüngsten Urteil des Bundesgerichtshofes, der Gentests an Embryonen unter bestimmten Bedingungen für nicht strafbar erklärt hatte.

Der KKV erinnert daran, dass er immer wieder für eine Menschenwürde ohne Wenn und Aber plädiert habe. Und da der Mensch sich von der Befruchtung an als Mensch und nicht zum Menschen entwickele, gelte dieser Schutz von diesem Zeitpunkt an. Alles andere sei nur eine willkürliche Festlegung. Grundlage für diese Forderung sei die christliche Sicht, dass der Mensch ein Geschöpf Gottes sei, das nach seinem Bild geschaffen wurde. Damit sei seine menschliche Würde begründet, die demzufolge unantastbar sei. Insofern sollten auch Menschen, die nicht an Gott glaubten, ein Interesse daran haben, dass auch ihre Menschenwürde durch dieses christlich geprägte Bild geschützt werde. "Im Übrigen ist die Menschenwürde keine Erfindung des Menschen, die somit bei Bedarf entsprechend interpretiert werden kann", so der KKV-Bundesvorsitzende.

Entlarvend sei in diesem Zusammenhang auch die Begründung des Gerichts, dass bei Embryonen mit genetischer Belastung später die Gefahr bestünde, dass ein Schwangerschaftsabbruch erfolge. Genau damit werde deutlich, welchen ethischen Dammbruch der Gesetzgeber – bewusst oder unbewusst – bei der gesetzlichen Regelung der Abtreibung bereits in Kauf genommen habe. "Wer einmal Ausnahmen zulässt, braucht sich nicht zu wundern, wenn auf diese bei passender Gelegenheit argumentativ zurückgegriffen und sie letztlich weiter ausgehöhlt werden", so Wehner.

"So sehr wir Eltern verstehen können, dass sie ein gesundes Kind haben möchten, so sehr weisen wir aber auch darauf hin, dass es keinen Anspruch hierauf geben kann, schon gar nicht auf Kosten anderer Kinder." Der KKV stimme deshalb dem Präsidenten des Zentralkomitees der Katholiken, Alois Glück, ausdrücklich zu, wenn er darauf hinweist, dass es nur ein kleiner Schritt von der Auswahl eines gesunden Embryos bis zur Selektion nach anderen Merkmalen – wie etwa dem Geschlecht des Kindes – sei.