Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV fordert Bündnis der Vernunft: Gerechtigkeit braucht Rückgrat!

"Wir haben alle gemeinsam Verantwortung zu tragen. Bürger und Steuerzahler haben ihre Solidarität in der Krise bewiesen. Wenn die Wirtschaft jetzt nur über Aufschwung jubelt und die ersten Milliarden kassiert, beweist sie wenig Fingerspitzengefühl," so der Bundesvorsitzende des Verbandes der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, Bernd-M. Wehner, angesichts der  Meldungen über Milliardengewinne der jüngst noch "notleidenden" Finanzinstitute.

"Bund und Länder haben Milliarden Steuergelder in die Hand genommen, um die Wirtschaft zu retten. Jetzt müssen wir penibel darauf achten, dass auch nach der Krise Gerechtigkeit herrscht - und sie, wenn nötig, beim Management einfordern. Die Wirtschaft steht in der Pflicht - unseren leeren Staatskasten dürfen wir die Hypotheken diese Krise eben so wenig aufbürden wie unseren Kindern und Kindeskindern. Das wäre hochgradig unsozial."

 Wehner erinnert in diesem Zusammenhang an das in der katholischen Soziallehre formulierte, "wertvolle Postulat der Solidarität" – aufgegriffen und erläutert in der erst jüngst erschienenen Papstenzyklika "Caritas in veritate". Hiernach bedeutet Solidarität "vor allem, dass sich alle für alle verantwortlich fühlen (Civ 38)".

Bürger und Steuerzahler hätten "in den vergangenen Monaten ihre Solidarität mit den in Wirtschaft und Finanzmarkt Handelnden bewiesen und das System mit Milliarden gestützt", so der KKV-Bundesvorsitzende weiter. Bleibe nun aber umgekehrt das Verantwortungsbewusstsein der Wirtschaft im Aufschwung aus, "so riskieren wir eine soziale Spannung, die wir uns nicht wünschen und auch nicht leisten können."  Auch ein baldiges Ende der Rezession ändere nichts an der Tatsache: "Der  Markt braucht Reformen und effiziente Kontrolle. Ein bloßes Weiter-so darf es nicht geben. Die Rückkehr zu naiver Marktgläubigkeit und schnellem Geld entbehren jeder Nachhaltigkeit. Wer das tut, hat aus der aktuellen Krise nichts gelernt!"

 Der KKV, so Wehner, halte seit über 130 Jahren die Fahne der katholischen Soziallehre, der kaufmännischen Tugenden und wirtschaftsethischen Handelns hoch und plädiere gerade jetzt "für eine Rückbesinnung auf die Werte und

eine entschlossene Renaissance der Sozialen Marktwirtschaft." Sie neu zu erfinden für das 21. Jahrhundert, für globale Märkte und den europäischenBinnenmarkt sei eine der größten Herausforderungen, denen sich Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft in einem breiten Bündnis der Vernunft stellen müssten. "Schon in den 50ern hätte es die Idee der Sozialen Marktwirtschaft ohne die katholische Soziallehre und den christlichenHintergrund ihrer Väter wohl kaum gegeben."

 "Gerechtigkeit braucht Rückgrat und langen Atem. Machen wir uns heute gerade als Kirche und kirchliche Verbände wieder zu einem tragenden Wirbel für einen Aufschwung der Werte und einer neuen sozialen Marktwirtschaft - aus gelebter Solidarität und der Verantwortung für unsere Kinder und Enkel." Ganz großartig wäre es, so der katholische Sozialverband, wenn auch die Medien ihren Beitrag dazu leisten würden.