Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV: Adoptionsrecht für Homo-Paare höhlt die Ehe weiter aus

„Wer gleichgeschlechtlichen Paaren mehr oder weniger die gleichen Rechte wie Ehepaaren zukommen lassen will, beteiligt sich an der bewussten Zerstörung des ohnehin brüchigen Wertefundaments unserer Gesellschaft. Das Vorhaben von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, jetzt auch Lesben und Schwulen ein Adoptionsrecht zu gewähren, ist daher ein weiterer Schritt den verfassungsrechtlich garantierten Schutz der Ehe auszuhöhlen."

Mit diesen deutlichen Worten brachte Bernd-M. Wehner, Vorsitzender des Verbandes der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV), die Haltung des Verbandes zum geplanten Gesetzentwurf der SPD-Ministerin zum Ausdruck. "In unserer Münsteraner Erklärung haben wir noch vor kurzem deutlich gemacht, dass die Familie Grundlage für unsere Gesellschaft ist und bleibt. Basis der Familie ist aber immer die Ehe zwischen Frau und Mann."

 Schließlich seien Ehe und Familie keine Erfindung des Staates, die er somit nach Belieben verändern könne. Deshalb stehe auch dem Staat nicht die Kompetenz zu, Partnerschaften zwischen gleichgeschlechtlichen Personen quasi zur Ehe zu erklären. Dies sei auch keine spezifisch katholische Sicht der Ehe da auch die katholische Kirche ihre moralischen und sozialethischen Lehren traditionell nicht nur aus der Sicht des Evangeliums sehe, sondern immer auch mit Blick auf die Schöpfungsordnung, also die der Natur zugrundeliegenden Sinnzusammenhänge, betonte Wehner.

 Mit der Ausweitung des Adoptionsrechts werde faktisch eine weitere Nivellierung der Bedeutung von Ehe und Familie vollzogen. Abgesehen davon, dass sowohl das väterliche wie das mütterliche Element bei der Kindererziehung unverzichtbar und von fundamentaler pädagogischer Relevanz seien, mute ein homosexuelles Paar dem Kind immer, und zwar vorsätzlich, eine Mutter- oder Vaterentbehrung zu. "Es geht beim Adoptionsrecht nicht zuerst darum – wie immer wieder behauptet wird – ob homosexuell lebende 'Eltern' gut für Kinder sorgen können," so der KKV-Bundesvorsitzende, "es geht viel wesentlicher um die Familienstruktur, um die Präsenz des Weiblichen und des Männlichen in der Familie." Wo eines davon tragischerweise und ungeplant fehle, müsse dies vom Kind betrauert werden können. Wo dies strategisch verhindert werde, leide das Kind doppelt.

 Natürlich nehme auch der KKV zur Kenntnis, dass die Veränderungen in unserer Gesellschaft und der Wertewandel neue und alternative Lebensformen hervorgebracht hätten, unterstreicht der KKV-Bundesvorsitzende die Haltung des katholischen Sozialverbandes. Insofern respektiere er auch das Recht eines jeden Bürgers, diese frei zu wählen. Das gelte auch für gleichgeschlechtliche Partnerschaften, die - wie andere gesellschaftliche Minderheiten - vor Diskriminierung und Ausgrenzung geschützt werden müssten. Er wehre sich aber gleichzeitig dagegen, dass solche Gemeinschaften immer mehr mit der Ehe gleichgesetzt würden bzw. das besondere Schutzversprechen für Ehe und Familie als Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften diskreditiert würden. "Diskriminierungsvermeidung heißt aber nicht Förderung durch Privilegierung," so Wehner wörtlich.

 Ganz kurios sei allerdings die Begründung der Vizevorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, wenn sie die Forderung von Ministerin Zypries damit begründe, dass sie "Ausdruck der Lebensrealität in unserer Gesellschaft" sei. Mit derselben Argumentation könne man beispielsweise demnächst auch Steuerhinterziehungen legalisieren. Auch diese seien ein "Ausdruck der Lebensrealität", so Wehner leicht ironisch.