Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV unterstützt die Anliegen der Erzieher(innen)

„ZURÜCK AN DEN RUNDEN TISCH FÜR FRÜHKINDLICHE BILDUNG!“

Kritik am verdi-Streikkonzept - wichtiges Thema nicht politisch instrumentalisieren

ESSEN. „Wir brauchen keine politisch motivierten Scheindebatten – wir brauchen ein Gesamtkonzept für frühkindliche Bildung! Berücksichtigen wir die Interessen aller Beteiligten und rücken wir die ins Zentrum, um die es wirklich geht: Unsere Kinder!“ – mit diesen Worten übt Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender des KKV, Kritik an der Kernbotschaft des Verdi-Arbeitskampfes an deutschen Kindertagesstätten. Gleichzeitig stellt sich der katholische Sozialverband unterstützend auf die Seite der Erzieher(innen).

Der Unmut vieler Beschäftigter in den Kindergärten und Kindertagesstätten sei nachvollziehbar. „Ihnen wird heute viel abverlangt – doch die entsprechende öffentliche und finanzielle Anerkennung fehlt. Erzieher(innen) sind längst nicht mehr nur „Basteltante und Märchenonkel“ - sie verantworten heute einen Großteil frühkindlicher Bildung.“ Deutschland, so Wehner weiter, „hat lange genug gebraucht um einzusehen, dass unser Land keine Kinderverwahranstalten braucht sondern Zentren, die die Eltern beim hohen Anspruch ganzheitlicher Bildung ihrer Kinder unterstützen. Unsere Jüngsten wollen spielerisch lernen und die Welt entdecken.“ Das fordere Eltern und Erzieher(innen): „Ohne motivierte Betreuer(innen) ist eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung nicht möglich, ohne engagierte Erzieher(innen) kann frühkindliche Bildung in Deutschland derzeit nicht funktionieren.“

Diese Debatte aber fordere einen transparenten Gesamtansatz – Streik, so Wehner, sei hier ein schwieriges Instrument: „Niemand rüttelt an der Tarifautonomie, aber in diesem Fall wird sie instrumentalisiert.“ Bis 2011 gelte der abgeschlossene Tarifvertrag und damit eigentlich die Friedenspflicht. „Der Streikaufruf geht an den berechtigten Anliegen der Erzieher(innen) vorbei. Er ist das falsche Instrument  und trifft vor allem die Kinder samt ihrer Eltern.

Wenn Verdi heute eine bessere Bezahlung für seine Mitglieder fordere, so sei das – vor allem in Ballungsräumen mit hohen Lebenshaltungskosten - legitim – „allerdings muss man es dann auch beim Namen nennen und zurückkehren an den Verhandlungstisch. Aussprache steht noch immer vor dem Streik.“

Auch gäben Arbeitssituation und Belastung des Erziehungspersonals an Kindergärten und Kindertagesstätten durchaus Grund für Diskussionen und Veränderungsbedarf. „Hier ist der Dialog, hier ist die Politik gefordert: Deutschland braucht neue Impulse für frühkindliche Bildung. Konstruktiv – und mit Weitblick. Wer frühkindliche Bildung wirklich will, braucht ein politisches Gesamtkonzept und muss – gerade in der Krise - bereit sein, Geld zu investieren: In unsere Kinder. In unsere Zukunft. Wir fordern jetzt einen runden Tisch für frühkindliche Bildung – mit Bund, Ländern, Kommunen, Kirchen sowie Vertretern der Angestellten und der Elternschaft.“

Der KKV-Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V. ist ein katholischer Sozialverband mit fast 100 Ortsgemeinschaften in ganz Deutschland.


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