Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV-Bundesverbandstag in Hildesheim: Lebensrecht und Menschenwürde sind nicht interpretierbar - Delegierte appellieren an Bundestagsabgeordnete vor PID-Entscheidung

"Wo menschliches Leben existiert, kommt ihm Menschenwürde zu; es ist nicht entscheidend, ob der Träger sich dieser Würde bewusst ist und sie selbst zu wahren weiß. Die von Anfang an im menschlichen Sein angelegten potenziellen Fähigkeiten genügen, um die Menschenwürde zu begründen" (BVerfGE 39, 1, 41; vgl. auch BVerfGE 88, 203, 252). Diese eindeutige Aussage des Bundesverfassungsgerichts sollten sich alle Bundestagsabgeordneten nochmals verinnerlichen, wenn sie im Juni über die Freigabe der Präimplantationsdiagnostik (PID) entscheiden. So der dringende Appell des KKV- Delegiertenversammlung anlässlich des 86. Bundesverbandstages am 21. Mai in Hildesheim an die Parlamentarier.

Der Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) erinnert daran, dass der Mensch ein Ebenbild Gottes und demzufolge mit einer unverfügbaren Würde ausgestattet ist. Die damit verbundene Sicht des Menschen und die daraus folgende Ableitung der Menschenwürde garantiere letztlich deren Unantastbarkeit. Besser könne die Menschenwürde nicht begründet werden. Insofern sollten auch Menschen, die nicht an Gott glaubten, ein Interesse daran haben, dass auch ihre Menschenwürde durch dieses christlich geprägte Bild geschützt werde.

"Und da sich der Mensch von der Befruchtung an als Mensch und nicht zum Menschen entwickelt, muss dieser Schutz von diesem Zeitpunkt an gelten" so der KKV-Bundesvorsitzende Bernd-M. Wehner. Alles andere sei nur eine willkürliche Festlegung. Deshalb dürfe es beim Lebensrecht keinen Kompromiss geben und deshalb müsse der Bundestag in einem Gesetz Gentests an Embryonen verbieten. "Es kann und darf nicht sein, dass der Mensch – aus welchen Gründen auch immer – darüber entscheidet, welches Leben lebenswert ist und welches nicht."

Natürlich verstehe der KKV Eltern, dass sie ein gesundes Kind haben möchten. Allerdings dürfe dieser Wunsch nicht auf Kosten anderer erfüllt werden. "Der Wunsch nach einem gesunden Kind berechtigt nicht, vermeintlich kranke bzw. behinderte Kinder im embryonalen Zustand zu töten", so die Delegierten des KKV-Bundesverbandes. Weil aber das Recht auf Leben unteilbar sei, könne es auch nicht hingenommen werden, dass in unserem Staat Abtreibungen weiterhin straffrei vorgenommen werden könnten.