Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV: Nicht rütteln am Rentenbeginn mit 67

„Wer jetzt angesichts der demografischen Entwicklung an der Rente mit 67 knabbert, versucht vielleicht mühsamen Mitgliederfang im Sommerloch – zukunftsfähige Politik aber macht er damit nicht“ so Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender des KKV – Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, angesichts der von SPD-Chef Sigmar Gabriel neu entfachten Diskussion, zur Rente mit 65 zurück zu kehren. „Deutschland war hier weiser Vorreiter – inzwischen debattiert ganz Europa eine neue Nachhaltigkeit der Rentenpolitik. Da gleicht es fast einer Geisterfahrerpolitik, jetzt einen Zug zu starten, der in die falsche Richtung fährt.“

Dabei wisse jeder, „dass die schrittweise Einführung des späteren Rentenalters keine populäre Maßnahme ist“, so Wehner: „Allen voran der ehemalige SPD-Arbeitsminister Müntefering, der 2007 den Mut hatte, dieses heiße Eisen anzupacken.“ Gute Politik dürfe sich eben nicht an kurzfristigen Umfrageergebnissen orientieren – „sie muss zukunftsorientert und nachhaltig große Probleme lösen.“

Von daher begrüßt und unterstützt der KKV auch die zahlreichen und klaren Stellungnahmen für eine Beibehaltung der Rente mit 67: "Wir erleben jetzt eine wichtige Dynamik für eine zukunftsfähige Rentenpolitik und gelebte Generationengerechtigkeit. Verlässt der Gesetzgeber jetzt diesen Kurs, bedeutet das Stillstand. Es wäre ein bequemer Offenbarungseid auf Kosten der Sozialversicherungen, des Staates und der nachfolgenden Generationen.“

Es gelte, den Generationen vertrag behutsam neu zu schreiben: "Die finanziellen Probleme von heute dürfen nicht auf Kosten der künftigen Generationen gelöst werden", unterstreicht der KKV-Bundesvorsitzende. Eine Gesellschaft, die immer älter werde, gleichzeitig aber weniger Kinder bekomme, müsse sich darüber im Klaren sein, dass auf dieser Basis ein Rentensystem, das auf dem Umlageverfahren beruhe, nur funktionieren könne, wenn man entweder den Rentenbeginn nach hinten verschiebe oder aber die Rentenbeiträge erhöhe. Letzteres bedeute aber die Lasten auf die Kinder bzw. Kindeskinder abzuwälzen – „und das darf schlichtweg kein Ziel der Politik sein.“