Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV: KONSEQUENTE AUFKLÄRUNG UND NULL TOLERANZ

Sozialverband stellt sich hinter Forderungen des Vatikans / Schuldige jetzt benennen, Opfern schnell helfen

„Tief beschämt und schockiert“ von den zahlreichen, ans Licht der Öffentlichkeit gekommenen Missbrauchsfällen in Bildungseinrichtungen der katholischen Kirche und ihrer Orden zeigt sich auch der Bundesvorsitzende des KKV – Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, Bernd M. Wehner: „Es gibt hier nichts zu entschuldigen. Jeder dieser Fälle ist ein Fall zu viel.

Missbrauch muss uneingeschränkt vor staatliche Gerichte gebracht, Schuldige verurteilt und die Opfer entschädigt werden. Die Kirche darf hier nicht zögern. Der Vatikan hat Recht: Hier geht es um Einzelfälle und menschliche Schicksale. Das verlangt nach null Toleranz. Parallel zur rückhaltlosen Aufklärung sollte sich die katholische Kirche jetzt aktiv an die Spitze einer allgemeinen Präventionsinitiative gegen Gewalt an Kindern und sexuellen Missbrauch stellen.“

Wehner begrüßt dem entsprechend auch die klaren Signale aus dem Vatikan – zuletzt geäußert von Kurienkardinal Walter Kasper sowie von Papst Benedikt im Gespräch mit Erzbischof Zollitsch: „Der entschlossene Aufklärungswille aller ist gefordert – auch, um weiteren Schaden für die Kirche abzuwenden. Es ist nicht an der Zeit, jetzt mit Fingern auf andere zu zeigen, Zahlenspiele im Verhältnis zu den Missbrauchsfällen in ganz Deutschland zu treiben oder etwa den Umgang in der Berichterstattung zu kritisieren. Die Kirche ist am Zug. Sie muss jetzt aufklären, offen legen und für uneingeschränkte Transparenz sorgen. Wo es zu Unrecht kam, müssen die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen und vor ein weltliches Gericht gebracht werden – außer der persönliche Wunsch einzelner Opfer verlangt anderes. Punkt.“

Wehner unterstützt zugleich die Initiative von Bildungsministerin Schavan und Familienministerin Schröder für einen runden Tisch: „Eine konsequente Verfolgung und schnelle Aufdeckung von Missbrauchsfällen im Allgemeinen und möglichst intensive Prävention kann helfen, diesen Sumpf auszutrocknen.“ Angesichts 200.000 – 300.000 Missbrauchsfällen pro Jahr in Deutschland – rund 2/3 davon in der eigenen Familie der betroffenen Kinder – kann das aber auch nur der Anfang neuer, gesamtgesellschaftlicher Entschlossenheit und Courage sein!“ Gerade weil dies kein rein katholisches Problem darstelle, sei die katholische Kirche jetzt gut beraten, eine zügige Aufklärung zu schaffen, Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen und sich positiv an die Spitze einer Präventionsinitiative zu stellen, „die unsere Kinder schützt. Denn nur darum kann es uns als Christen gehen.“

Wer einen bleibenden Imageschaden von unseren Bildungseinrichtungen und der Kirche im Gesamten abwenden wolle, tue gut daran, der Forderung des Vatikans zu folgen: „Aufklärung – schnell, konsequent und ohne falsche Toleranz!“