Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

KKV: Sonderabgabe nur für Banken, die durch unseriöse Geschäfte zur Finanzkrise beigetragen haben

 

"Grundsätzlich begrüßt der Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) die Überlegungen der Bundesregierung, die Banken an der Finanzierung der Finanzkrise zu beteiligen. Schließlich ist die Krise ja zum erheblichen Teil durch unseriöse Finanzgeschäfte ausgelöst worden." Mit diesen Worten unterstrich Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender des KKV, die Haltung des katholischen Sozialverbandes.

So entspreche es auch den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft, dass die Verursacher von Fehlentscheidungen und den damit verbundenen Folgen dafür auch zur Verantwortung gezogen würden.

Allerdings dürfe dies nicht dazu führen, dass hierbei auch Banken zur Finanzierung beitragen sollen, die für die Finanzkrise nicht verantwortlich gewesen seien und die zudem die Belastungen aus der Finanzmarktkrise aus eigener Kraft geschultert hätten. "Wir stimmen von daher dem Vorschlag des stellv. Vorsitzenden der Unionsfraktion, Michael Meister, zu, die Abgaben nach Geschäftsrisiko, Unternehmensgröße und Vernetzung mit anderen Geldhäusern zu bemessen", so Wehner weiter.

Im Übrigen würde eine von allen Banken erhobene Sonderabgabe alle Kreditinstitute in Deutschland zu einer Risikogemeinschaft zusammenfassen. "Es erscheint uns mehr als ungerecht, dass Institute, die sich auf das relativ risikoarme Geschäft der Versorgung breiter Bevölkerungsschichten und des Mittelstandes mit Finanzdienstleistungen konzentrierten, damit auch zur Abdeckung von Risiken von Mitkonkurrenten aus Kapitalmarktgeschäften bzw. dem risikoreicheren Investmentbanking herangezogen werden."

Aus diesem Grund schlägt der KKV vor, dass künftig alle Anstrengungen unternommen werden, die Eigenverantwortung und Marktdisziplin deutlich zu stärken, um künftige Risiken zu minimieren. Hierzu gehöre auch, das Aufsichtsrecht zu stärken und die konsequente Umsetzung der G20-Beschlüsse zur Disziplinierung der kapitalmarktorientiert geführten, großen internationalen Finanzkonzerne.