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KKV fordert mehr Rückbesinnung auf das Subsidiaritätsprinzip:

"Sozialste Tat ist, den Menschen wieder auf die eigenen Füße zu stellen"

 "Eigenverantwortung im Sinne des Subsidiaritätsprinzips ist nicht unsozial, sondern das Kennzeichen einer Gesellschaft, die soziale Gerechtigkeit anstrebt. Die sozialste Tat ist deshalb, den Menschen wieder auf die eigenen Füße zu stellen."

Mit diesen  Worten erinnert der Bundesvorsitzende des Verbandes der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV), Bernd-M. Wehner , anlässlich der Vorlage des Sozialberichts der Bundesregierung, an ein Prinzip der Katholischen Soziallehre, das mehr und mehr in Vergessenheit zu geraten scheine.

 Der katholische Sozialverband KKV, der schon seit Jahren darauf hinweist, dass das derzeitige System der sozialen Sicherung auf Dauer so nicht mehr zu finanzieren sei, unterstreicht damit die Warnungen von Ökonomen. „Keine Frage, Deutschland braucht die Solidarität der Generationen, Voraussetzung dafür ist Generationengerechtigkeit. Beides lässt sich nicht übers Maß hinaus dehnen.“ Die Tatsache, dass die Bundesbürger statistisch gesehen bis zum 14. Juli diesen Jahres, dem sogenannten Steuerzahlertag, nur für den Staat und die Sozialkassen gearbeitet hätten und erst danach für ihren eigenen Geldbeutel tätig seien, zeige die Schieflage des Systems. "Deutschland braucht ein entschlossenes Anpacken. Bei Einnahmen und Ausgaben des Staates", so der KKV-Bundesvorsitzende in einem Schreiben an Kanzlerin Merkel, Wirtschaftsminister zu Guttenberg und Arbeitsminister Scholz.

 Deshalb müsse die Politik mehr die Förderung des Einzelnen zum Ziel haben. Mit dieser Maxime hat Ludwig Erhard in den 50er Jahren seine Idee der Sozialen Marktwirtschaft zum Erfolg und unser Land zum Wirtschaftswunder gebracht. Sozialpolitik bedeute Verantwortung und Freiheit: "Sie muss möglichst jedem die Chance auf selbst geschaffenen Wohlstand geben – ohne ihre gesellschaftliche Pflicht zu vergessen, solidarisch zu handeln und dem zu Helfen, der in Not geraten ist“.

 Soziale Gerechtigkeit und Eigenverantwortung seien keine Gegensätze, sondern die zwei Seiten derselben Medaille. Deshalb seien mehr Eigenvorsorge, mehr Wettbewerb und mehr Anreize zur Selbsthilfe notwendig, um die teuren Sozialsysteme zu reformieren. Um hier gegenzusteuern, müsse der Subsidiaritätsgedanken der Katholischen Soziallehre wieder stärker ins Bewusstsein gerufen werden.

 „Nicht umsonst weise Papst Benedikt XVI. in seiner soeben erschienen Sozialenzyklika "Caritas in veritate" darauf hin, dass das Prinzip der Subsidiarität in enger Verbindung mit dem Prinzip der Solidarität gewahrt werden müsse und umgekehrt“, so der KKV Vorsitzende.