Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

Kreuzschiff voraus

Prälat Prof. Dr. Friedrich Janssen,
Geistlicher Beirat des Bundesverbandes


Unter diesem Motto segelt seit nunmehr 125 Jahren das Kreuzschiff KKV im Fahrwasser von Kirche und Gesellschaft. Das Leitwort signalisiert unser Verbandsverständnis:

Kreuzschiff – Wir KKVer/innen sitzen nicht in irgendeinem Boot, sondern auf einem Schiff, das unter der christlichen Flagge des Kreuzes fährt. Dieses Kreuzsymbol gilt es gerade in unserer säkularisierten und multikulturellen Gesellschaft zu zeigen. Unser Kreuzschiff ist ein Kirchenschiff, will heißen: Wir orientieren uns am Kompass des Christentums und am Kurs der Kirche. Damit werfen wir die faule Formel über Bord: Christus Ja – Kirche Nein. Kirchendistanziertes Christentum hat im KKV keinen Platz.

Diese Kirche sind wir alle, nicht nur die so genannte „Amtskirche“. Als Getaufte und Gefirmte gehören wir alle zur Besatzung des Kirchenschiffs, müssen wir alle mitrudern, damit das Schiff der Kirche flottgemacht wird. Nur so wird unser Verband seinen Initialen gerecht: KKV = Kirche kommt voran. Damit sind wir beim zweiten Element unseres Verbandsmottos angelangt:

Kreuzschiff voraus – Schiffe müssen fahren, sie dürfen nicht im Hafen liegen bleiben. Dies gilt auch für das KKV-Schiff. Es fährt aber nicht nur in den „Binnengewässern“ der Kirche, vielmehr drängt es hinaus in die Außengewässer, auf die offene See der Gesellschaft. Diese Gesellschaft ist durch eine wachsende Verweltlichung charakterisiert: Gott wird abgelöst von Ersatzgöttern, Stars und Idolen auf allen Ebenen; der Transzendenzbezug wird insgesamt in Frage gestellt; in vielen Medien werden fundamentale christliche und kirchliche Überzeugungen und Positionen lächerlich gemacht; Deutschland ist de facto ein Missionsland geworden angesichts der Tatsache, dass inzwischen jeder vierte Deutsche nicht getauft ist! Unter dem Eindruck dieser Säkularisierungssymptome sprechen viele Religionssoziologen bereits von einer neopaganen (neuheidnischen), nachchristlichen Epoche.

In dieser Situation ist die Kirche auf ein qualifiziertes Laienapostolat dringend angewiesen. Der KKV, wie auch andere katholische Sozialverbände, sind ein unverzichtbares Instrumentarium, um Kirche in der Welt präsent zu machen und in einer verweltlichten Welt christliche Positionslichter zu setzen. Wir KKVer/innen dürfen nicht dem „Dolce far niente“ (Süßen Nichtstun) und der Passivität verfallen, indem wir uns nur an Deck unseres Kreuzschiffs sonnen; vielmehr müssen wir mit vollem Einsatz fahren.

In der Kirche zuhause, aber offen für die Gesellschaft – fühlen wir uns als Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung verpflichtet zur Durchsetzung christlicher Grundüberzeugungen und Lebensprinzipien sowie zum Engagement beim Auf- und Ausbau einer humanen und gerechten Gesellschafts-, Sozial- und Wirtschaftsordnung. Dabei lassen wir uns vom christlichen Menschenbild leiten, von dem die Prinzipien der Katholischen Soziallehre (Personalität, Solidarität und Subsidiarität) ihre normative Kraft besitzen. Dieses Menschenbild, demzufolge jedem Individuum als Geschöpf und Ebenbild Gottes eine unverlierbare Würde zukommt, gilt es gerade nach dem Kollaps des marxistisch/leninistischen Welt- und Menschenbildes umzusetzen, ob es sich um den Schutz des menschlichen (geborenen und ungeborenen) Lebens, um soziale Sicherheit oder um andere gesellschafts- und sozialpolitische Fragen handelt.

Halten wir den rechten Kurs! Fürchten wir nicht den Gegenwind; haben wir den Mut, gegen den Strom des Zeitgeistes zu steuern. Der KKV muss seine Stimme in Staat und Gesellschaft erheben und als Korrektiv der öffentlichen Meinung fungieren. Lassen wir uns nicht mundtot machen von den Meinungsmachern der Massenmedien. Haben wir den Mut zum Protest, wenn elementare christliche Prinzipien angegriffen werden. Der KKV darf kein kneifender Verband sein, auch kein U-Boot, das nur ab und zu an der Oberfläche operiert, um dann wieder auf Tauchstation zu gehen.

Mit Christus an Bord und in Orientierung an unserer Verbandspatronin Maria, dem Meeresstern, wird unsere Weiterfahrt auf dem Meer der Welt gelingen. Christus hält das Steuer fest in der Hand und wird das Kreuzschiff sicher durch die Stürme der Zeit, vorbei an den Sandbänken und Klippen unserer Kleinmütigkeit und Verzagtheit, dirigieren. Seine Navigationsinstrumente fallen niemals aus, wir müssen sie nur richtig bedienen. Und das tut der Kapitän des Kreuzschiffs, unser Bundesverbandsvorsitzender Egon Zepke, er weiß sie mit Weitblick und Geschick einzusetzen.

Mit Christus aber als Steuermann wird der KKV kein kenternder Verband sein: „Ein Schiff mit einem roten Kreuz soll unser Sinnbild sein; für dieses Zeichen stehen wir in Beruf und Leben ein. Und dieses Schiff, es bleibt nicht stehen, es segelt immerzu mit Christus als dem Steuermann der ewigen Heimat zu.“ Alsdann: Allzeit gute Fahrt und Kreuzschiff voraus!



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