Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Bundesverband

Grußworte zur Gründung des KKV vor 125 Jahren

Wolfgang Thierse,
Präsident des Deutschen Bundestages


125 Jahre KKV – das ist ein bemerkenswertes Jubiläum. Als „Katholisch-kaufmännischer Verein“ gegründet hat sich der KKV von Anfang an für den sozialen Fortschritt eingesetzt. Das zeigte die Gründung von Selbsthilfeeinrichtungen wie Stellenvermittlung, Krankenkasse, Angestellten- und Sterbeversicherung, aber auch die nachdrückliche Förderung der beruflichen Bildung. Das Motto „Dem Menschen dienen“ steht bis heute im Zentrum des Wirkens der über 10.000 Mitglieder des KKV. Auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes nimmt der „Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e. V.“, wie er seit 1965 heißt, gesellschaftliche Mitverantwortung wahr. Im Sinne der katholischen Soziallehre engagiert er sich für eine menschengerechte Verwaltungs- und Arbeitswelt, die auch der jungen Generation Chancen für Arbeit, Weiterbildung und für gesellschaftliche Partizipation eröffnet. Besonders hervorzuheben sind hier die Initiativen des KKV gegen den Lehrstellenmangel.

In einer immer mehr von Gewinnmaximierung dominierten Arbeitswelt ist es dringend notwendig, dass christliche Werteorientierungen eingebracht und eine Ethik ökonomischen Handelns eingefordert werden. Beides ist im Zeitalter der Globalisierung wichtiger denn je. Auch Benachteiligten, weniger Qualifizierten und sozial Schwächeren müssen Chancen für Arbeit und Qualifikation eröffnet werden. Dafür aber sorgt der Markt nicht – zumindest nicht von selbst. Chancengleichheit, soziale Gerechtigkeit insgesamt durchzusetzen, ist deshalb eine zentrale Aufgabe für die Politik, aber nicht nur für sie. Ebenso ist bürgerschaftliches Engagement gefordert – wie es der „Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung“ mit seinen zahlreichen sozialen Initiativen und Weiterbildungsangeboten seit langem beweist. Mit meinen Glückwünschen zum 125-jährigen Bestehen verbinde ich die besten Wünsche für die zukünftige Arbeit des KKV.


Prof. Dr. Hans Joachim Meyer,
Präsident des ZdK


125 Jahre KKV – das ist zugleich eine Geschichte des treuen Festhaltens an Glauben und Kirche und der Bereitschaft, sich auf neue Entwicklungen in der Gesellschaft einzulassen und diese als Christen mitzugestalten. So wie der KKV seit seiner Gründung maßgeblich dazu beigetragen hat, die Grundsätze der katholischen Soziallehre im öffentlichen Bewusstsein wirksam zu machen und diese Gedanken in das Entstehen des deutschen Sozialstaates, insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland, einzubringen, so stellt er sich heute den neuen Herausforderungen, die sich aus dem weltweiten Wandel in den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen ergeben.

Der Entschluss von 1965, sich unter Wahrung der Tradition des KKV als Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung neu zu definieren und Frauen gleichberechtigt in die Arbeit einzubeziehen, war notwendig und weitsichtig. Frauen spielen heute in der deutschen Gesellschaft wie im deutschen Laienkatholizismus nicht nur eine wesentliche Rolle; sie tragen auch einen wichtigen Teil der Verantwortung in Kirche und Gesellschaft. Der Bereich des gesellschaftlichen Lebens, dem sich der KKV widmet, hat sich in den letzten Jahrzehnten – entgegen mancher Zukunftsannahmen – als ein Ort innovativer Kraft erwiesen. Hier bewährt sich der KKV als Aktionsgemeinschaft der gesellschaftlichen Mitte, die dem christlichen Menschenbild verpflichtet ist.

Es sind die Selbstständigen in der Wirtschaft und die Angehörigen freier Berufe, von denen heute ein großes Maß von Einfallsreichtum und Beweglichkeit ausgeht. Es sind die Angestellten von Einrichtungen und Unternehmungen sowie die Angehörigen des öffentlichen Dienstes, die dafür die geeigneten Rahmenbedingungen schaffen und deshalb in wachsendem Maße neue Aufgaben und Arbeitsformen meistern müssen. Dafür bedarf es gerade im Zeitalter zunehmender Individualisierung der verlässlichen Gemeinsamkeit im Handeln, die aus der Übereinstimmung in den grundlegenden Werteüberzeugungen erwächst. Daraus kann sich jener aus dem Glauben gelebte Zusammenhalt von Familie, Beruf und Gesellschaft entwickeln, den sich der KKV zum Ziel setzt.

Von großer Bedeutung ist, dass der KKV die Zeichen der Zeit erkennt, die durch Wende und Einheit in Deutschland begonnen hat. Schon bald rief der KKV zusammen mit Kolping und dem BKU zu einer Initiative Ost auf. Das im Jahre 1996 begonnene Gespräch über das Selbstverständnis des Verbandes und seine Arbeitsformen will der Zukunftsorientierung dienen und hat im Arbeitsprogramm „Horizont 2000“ für die Jahre 1997 bis 1999 zu ersten vorwärtsweisenden Schritten geführt. Die Aachener Erklärung von 1999 beschäftigt sich mit der Entwicklung der Europäischen Union und ruft neben der Forderung nach „einer klareren Definition der Verantwortlichkeiten und einer größeren Demokratisierung der politischen Strukturen“ dazu auf, die Debatte über eine „Europäische Soziale Marktwirtschaft“ zu eröffnen und die geistige Dimension der europäischen Einheit zu stärken.

Das ZdK betrachtet dies als eine wichtige Unterstützung seiner im gleichen Jahr mit unseren französischen Partnern neu auf den Weg gebrachten Initiative europäischer Katholiken. Die Essener Erklärung von 2001 stellt als unsere Verantwortung als Christen die Beziehung von Mensch und Arbeit heraus, die auch in der sich neu ausbildenden Informations- und Wissensgesellschaft auf der Grundlage von Personalität, Solidarität und Subsidiarität gestaltet werden muss. Auf diese Weise zeigt der KKV als ein wichtiger katholischer Verband, dass er entschlossen ist, seine gute Geschichte fortzuschreiben. Dazu wünsche ich im Namen des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Gottes Segen.


Marie-Luise Dött,
MdB, Bundesvorsitzende des BKU


Kann ein guter Christ ein erfolgreicher Unternehmer oder Manager sein? Das ist eine Frage, mit der die Mitglieder Ihres Verbandes, der „Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung“, sicher ebenso oft konfrontiert werden wie die Mitglieder des Bundes Katholischer Unternehmer.

Meine Antwort darauf ist ein eindeutiges „Ja“: Gerade im Christentum ist der Unternehmertypus grundgelegt, der heute zu den erfolgreichsten gehören dürfte. Es ist der Unternehmer, der seine schöpferische, innovative und organisierende Kraft einbringt, der dabei auch etwas riskiert, der etwas schafft und formt. Der die Würde des Individuums schätzt und fördert und der mit seinem unternehmerischen Tun zum Wohle aller beiträgt.

Menschen lassen sich am besten über Eigenverantwortung und Freiheitsräume motivieren. Lebenslanges Lernen, individuelle und betriebliche Bündnisse für Arbeit sowie eine Beteiligung der Mitarbeiter am unternehmerischen Erfolg: Das sind konkrete Beispiele für das, was sich hinter den Schlagworten Subsidiarität, Solidarität und Gemeinwohlorientierung aus der Katholischen Soziallehre verbirgt.
Bei meinen Begegnungen mit KKV-Mitgliedern und bei der Lektüre Ihrer Veröffentlichungen habe ich erfahren, dass BKU und KKV im Verständnis der Katholischen Soziallehre sehr viele Gemeinsamkeiten haben. Das gilt nicht nur im Kontakt mit der Außenwelt, sondern gerade auch im Konzert der Katholischen Sozialverbände, in denen unsere beiden Vereinigungen oft die Stimme der wirtschaftlichen Vernunft vertreten. Es ist gut, dass der BKU dort nicht allein steht!

Es ist gut, dass es Sie gibt! In diesem gemeinsamen Geist gratuliere ich Ihnen herzlich zum 125-jährigen Bestehen.


H. Tintelott,
1. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Katholischen Organisationen Deutschlands (AGKOD)


125 Jahre KKV-Bundesverband – welch ein Jubiläum. Welche Organisation kann in der heutigen schnelllebigen Zeit schon auf eine solche Geschichte zurückblicken. 125 Jahre erfolgreiches Wirken sind aber auch ein Zeichen und ein Beweis dafür, dass der Verband ein Angebot gemacht hat, was den Menschen eine wirkliche Hilfe, Stütze und Orientierung gewesen ist. Ich möchte daher Ihnen und allen Mitgliedern meinen herzlichsten Glückwunsch zum 125-jährigen Bestehen aussprechen.

Lassen Sie mich mit dem Ausdruck des Dankes darauf hinweisen, dass der KKV als großer kath. Sozialverband immer wieder zu aktuellen Fragen unserer Kirche und Gesellschaft kompetent Stellung bezieht – nicht mit populistischen oder opportunistischen Antworten, sondern mit auf der Basis christlicher Werte und Überzeugungen formulierten Stellungnahmen. Hier denke ich an die Essener Erklärung „Mensch und Arbeit – unsere Verantwortung als Christen“, in der Sie ein zentrales Problem unserer Gesellschaft aufgreifen. Ich bin dem KKV dankbar, dass er entschlossen ist, immer wieder unsere gemeinsame Sorge zu thematisieren: Wege aus der hohen Arbeitslosigkeit zu finden und den Menschen wieder eine Lebensperspektive zu geben, die unter der Langzeitarbeitslosigkeit leiden.

Gerade für kath. Sozialverbände stellt die Zeit mit ihrem rasanten gesellschaftlichen Wandel eine große Herausforderung dar. Viele Menschen fühlen sich überfordert durch die schnellen Veränderungen in der Arbeitswelt und im gesellschaftlichen Umfeld. Manche ziehen sich als Folge dieser Entwicklung in den privaten Bereich zurück, weil sie keine konkreten Möglichkeiten und Perspektiven der gesellschaftlichen Mitgestaltung sehen bzw. sich durch die zunehmende Komplexität überfordert fühlen. Der KKV besinnt sich in einer solchen Zeit auf seine traditionellen Aufgaben, indem er seinen Mitgliedern Orientierung gibt und ihnen gleichzeitig Mut zum gesellschaftlichen Engagement zuspricht.

Sie erfüllen eine Brückenfunktion zwischen Kirche und Gesellschaft, ja, Sie haben eine Antennen- und Scharnierfunktion übernommen, indem Sie nicht nur die kirchliche Botschaft in die Lebensbereiche der Gesellschaft, sondern auch die Signale der Gesellschaft an die Kirche übermitteln. Somit stehen Sie an der Front sozialer, ökonomischer, politischer und kultureller Entwicklungen und helfen der Kirche, die pastoralen Herausforderungen zu erkennen und die Zeichen der Zeit richtig zu verstehen.

Ich möchte hier an die Worte unseres Papstes Johannes Paul II. erinnern, die er im Rahmen seines Deutschlandsbesuches im November 1980 an die in Fulda versammelten Verbände gerichtet hat:
„... Wenn die Menschen, gerade die Jugend, ungestüm nach dem Sinn des Lebens fragen, gebt Ihr ihnen eine überzeugende, verständliche Antwort?
... Wenn in Bildung und Erziehung ein bloß funktionalistisches, sinnentleertes Menschenbild um sich greift: tretet ein für die Bildung, die ausgeht vom Menschen als Bild Gottes.“ Diese vor über 20 Jahren formulierten, nach wie vor aktuellen Worte und ihre berechtigten Forderungen müssen für Sie eine Bestätigung sein. Sie werden Ihnen und allen Mitgliedern Mut geben, auch weiterhin aus der Gemeinschaft eines Verbandes heraus Perspektiven für die Mitgestaltung unserer Gesellschaft aus christlicher Verantwortung zu entwickeln.

In diesem Sinne wünsche ich dem Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung eine Fortsetzung seines erfolgreichen Wirkens.


Heinz Schemken, MdB, Bundesvorsitzender und
Alois Schröder, Bundespräses des Kolpingwerks Deutschland


Ein 125-jähriges Bestehen ist im Zeitalter der Schnelllebigkeit und Beliebigkeit, des sinkenden Wertes der gesellschaftsprägenden Leitideen des christlichen Menschenbildes, langfristige und verbindliche menschliche Bindungen einzugehen, eher eine Ausnahme.

Um so mehr beglückwünschen wir den KKV, dass er auf ein so langes Wirken in und für die Gesellschaft verweisen kann. Gemessen an den gesellschaftlichen Normen von heute ist dies eine Grußadresse an einen Verband, der in seiner Struktur und programmatischen Ausrichtung nicht mehr auf uneingeschränkten gesellschaftlichen Zuspruch oder gar Massenzulauf rechnen kann. Um so höher ist zu bewerten, dass der KKV so wie andere kath. Verbände ebenfalls trotz ungünstiger Rahmenbedingungen seine Stimme erhebt. Dies ist nachhaltiger Ausdruck dafür, dass die vertretenen programmatischen Ideen in der Gegenwart nach wie vor gehört werden und ein Beweis gegen die vielzitierte Verbandsmüdigkeit der Menschen sind.

In einer Gesellschaft, in der das christliche Menschenbild als prägende, politische Leitidee an Einfluss verliert, bedarf es einer verstärkten Artikulation der kath. Verbände. Sie müssen durch zeitgemäße Methoden auf sich aufmerksam machen, sie müssen ihre Hinterzimmer verlassen und sich auf dem öffentlichen Meinungsmarkt präsentieren. Katholische Verbände verstehen vielleicht weniger von der heute so genannten „Event-Kultur“. Wir wissen daher, dass das Zeiterscheinungen sind, die morgen schon vergessen sein werden.

Sicher ist, dass die Menschen in der sich fundamental wandelnden Gesellschaft Orientierung und Gewissheit suchen. Sie erwarten Antworten auf den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft, sie erhoffen Orientierung, fundierte Ideen und Lösungsvorschläge. Es ist daher kein Zufall, dass Parteien und Organisationen sich wieder verstärkt auf die Grundlagen des christlichen Menschenbildes berufen, auch wenn sie das mit anderen Worten umschreiben oder den Verweis auf den christlichen Inhalt ihrer Forderungen bewusst verheimlichen.

Gerade heute, wo vieles, was als selbstverständlich galt, hinterfragt wird, wo der jahrzehntelang als sicher geglaubte Konsens in Wirtschaft und Gesellschaft radikal in Frage steht, bedarf es auf Verbindlichkeit ausgerichteter Verbände, Menschen und Handelnde, die auf der Grundlage der kath. Soziallehre ihre Stimme erheben gegen Entwicklungen, die allzu oft kritiklos hingenommen werden. Die aktuellen politischen Herausforderungen wie die Reform der Sozialsysteme, die Probleme des Arbeitsmarktes oder die Frage, was unsere Gesellschaft im Zeitalter von Globalisierung und Individualisierung noch zusammenhält, bedürfen der Antworten. Die Mitwirkung an einem Gemeinwesen, das jedem Menschen entsprechend seiner Fähigkeiten und Bedürfnisse Mitwirkungs- und Beteiligungsmöglichkeiten garantiert, erfordern den Einsatz gerade verantwortlicher Christen.

Insofern ist das Jubiläum zum 125-jährigen Bestehen des KKV sowohl Bestätigung als auch mit einem Auftrag verbunden, nämlich als Beleg für erfolgreiche freiwillige und eigenverantwortliche Mitwirkung an der Gestaltung einer menschengerechten Gesellschaft. Das gilt für jedes Verbandsmitglied. Zum Auftrag des KKV gehört es, die in 125 Jahren gewonnenen Erfahrungen weiterzutragen. Möge den Verbänden auch derzeit der Wind ins Gesicht blasen, überflüssige Einrichtungen sind sie nicht. Gäbe es sie nicht, wären gesellschaftspolitische Debatten frucht- und geistloser und die Zukunft düsterer.

Wir beglückwünschen den KKV-Bundesverband. Seien Sie, auch wenn es altertümlich klingen mag, stolz
auf ihre 125 Jahre. Vergegenwärtigen Sie sich, dass in der gleichen Zeitspanne andere Ideen schon lange ihre Wirkung verloren haben und von der gesellschaftlichen Bühne verschwunden sind. Die Ideen des KKV müssen ihren Zukunftscharakter behalten, sonst wären sie nicht so erfolgreich gewesen.


Ulrike Voß,
1. Vorsitzende der Christen in der Wirtschaft


... vielen Dank für Ihre Anfrage nach einem Grußwort für Ihre Jubiläumsausgabe. Da ich im März die Aufgabe der 1. Vorsitzenden von Johannes Sczepan übernommen habe, richte ich meine Grüße an Sie.

Wir leben in der Bundesrepublik Deutschland, einem christlich geprägten Land mit Grundwerten, die auf der Bibel basieren. Dies ist ein Standortvorteil, sowohl für die Wirtschaft als auch für Politik und Gesellschaft, bis in das private Leben unserer Familien hinein. Aber solche Werte bleiben nur wertvoll, solange sie aktiv und bewusst kommuniziert und gelebt werden.

Der KKV steht für diese biblischen Grundwerte ein und engagiert sich durch seine Mitglieder in unserer Gesellschaft und dies seit 125 Jahren. Als Verband Christen in der Wirtschaft setzen wir uns für die praktische Umsetzung des christlichen Glaubens im Wirtschaftsalltag ein und wir feiern in diesem Jahr unser 100-jähriges Bestehen. Von daher wissen wir, wie viel Mut, Weisheit und Einsatzwille in dieser langen Zeit von den Verantwortungsträgern Ihres Verbandes eingebracht wurden und beglückwünschen Sie herzlich zu diesem engagierten Weg durch die Jahrzehnte.

Möge der lebendige Gott durch den KKV auch in Zukunft wirken und die biblischen Grundwerte in unserer Gesellschaft auch durch Ihre Stimme erhalten bleiben. Wir sind froh darüber, dass es zwischen unseren Verbänden sehr gute persönliche Beziehungen gibt, in die auch wir gerne weiter investieren.


P. Alfons Friedrich,
Vorsitzender des Katholischen Medienverbandes (KMV)


Sehr geehrte, liebe Mitglieder im KKV!
Wer sich heute anschickt, über die Rolle des Christen in unserer postmodernen Gesellschaft nachzusinnen, kommt häufig zu einem betrüblichen Ergebnis. Die zunehmende Säkularisierung, das Überangebot im „Supermarkt der Sinnangebote“, ein ausgeprägter Individualismus sind nur einige Faktoren, die herangeführt werden, um das Umfeld zu beschreiben, in dem wir als Christen heute leben. Und mit der Erkenntnis, das es heute schwerer ist und eines besonderen Engagements bedarf, um als Christ in dieser Welt nicht unterzugehen, schließen so manche Überlegungen.

Ohne Zweifel befinden wir uns nicht mehr in einer vom Volkskirchentum geprägten Gesellschaft, in der die Kirche maßgebliche gesellschaftliche Kraft war. Nach wie vor werden zwar von den großen Volkskirchen breite Teile im Sozial- und Erziehungswesen bedient, aber in der öffentlichen Diskussion um aktuelle Fragen – auch ethischer Natur – sind kompetente Gesprächspartner der Kirche eher selten anzutreffen. Und so mancher christliche Zeitgenosse fühlt sich gemüßigt, an die guten alten Zeiten zu erinnern, „wo nun doch alles besser war“. Bleibt allerdings die Frage, welcher Zeitabschnitt gemeint ist; denn gerade in den letzten 125 Jahren gab es nur wenige Phasen, in denen die „Kirchenwelt“ noch in Ordnung war.

Wenn Sie, liebe Mitglieder im KKV, in diesem Jahr Rückschau halten, dann besteht sicher zunächst einmal Grund zur Freude und Dankbarkeit. Denn über einen solchen Zeitraum zu blicken, ist vielen gesellschaftlichen und kirchlichen Gruppen nicht vergönnt. Sicher ist dieser Anlass auch ein besonderer Grund, sich auf das Gründungsideal neu zu besinnen, auf die Ur-Motivation, die damals engagierte Katholiken zu diesem Schritt bewegte. Gesellschaftliche Herausforderungen gab es durch die Auseinandersetzungen des Kulturkampfes genügend und die innerkirchlichen Diskussionen seit dem Ersten Vatikanum hatten gerade in Deutschland zu erheblichen Verunsicherungen geführt. Auf diesem Hintergrund war der gleichberechtigte Zusammenschluss von Kaufleuten, Angestellten, Beamten und Vertretern aus freien Berufen in Ihrem Verband ein wichtiges Signal mit Außenwirkung, das bis heute nicht nur Bestand hat, sondern mehr denn je wichtig ist. Persönlichkeitsbildung auf dem Hintergrund christlicher Werteorientierung, eine konstruktive Auseinandersetzung über den Wert von Arbeit, das Sich-Einmischen in Fragen der Sozial-, Wirtschafts- und Kulturpolitik sind herausragende Themen eines umfassenden Aktionsprogramms. Gerade in einer Zeit, in der christliche Themen innerhalb der öffentlichen Diskussion zu kurz kommen, ergibt sich für die Verbände eine besondere Chance: Das Zeugnis eines christlichen Lebens in den Alltagssituationen und Lebensfeldern der Menschen provoziert und regt an zur Auseinandersetzung, die sich am Wohl des Menschen orientiert.

Der Katholische Medienverband als Zusammenschluss katholischer Buch- und Zeitschriftenverleger, Redakteure und Buchhändler gratuliert Ihnen von Herzen zu Ihrem Jubiläum und wünscht Ihnen für die nächsten Jahrzehnte Ideenreichtum und Tatkraft für die anstehenden Aufgaben.


Dipl.-Volkswirt Johannes K. Rücker,
Vorsitzender der KBE


In der Entwicklung des sozialen und gesellschaftlichen Engagements der Kirche in Deutschland spielt der große Sozialreformer Bischof Wilhelm Emanuel von Ketteler eine entscheidende Rolle. Er war nicht nur Initiator der kath. Arbeiterbewegung, sondern hat als Bischof von Mainz auch Impulse zur Selbsthilfe und zum sozialpolitischen Engagement für die in Wirtschaft und Handel tätigen Katholiken gegeben. So ist es sicher nicht von ungefähr, dass vor nunmehr 125 Jahren in Mainz der organisatorische Zusammenschluss der Katholischen Kaufmännischen Vereine erfolgte.

Im Verlauf seiner Geschichte ist der KKV zu einem wichtigen Motor innerhalb des sozialen Katholizismus geworden, der in seiner Praxis die kath. Soziallehre nicht nur als Orientierung und Maßstab seines Handelns in den Mittelpunkt gestellt hat, sondern der seinerseits aus der Praxis heraus zur Fortentwicklung der kath. Soziallehre beigetragen hat.

Wesentlicher Bestandteil der Arbeit des KKV ist die Förderung seiner Mitglieder durch Bildungsarbeit, sei es in arbeitswelt- und berufsbezogener Hinsicht, sei es auf sozialethischem oder sozialpolitischem Gebiet. Die Bedeutung dieser Bildungsbereiche ist in den letzten Jahren immer mehr in unser Bewusstsein gerückt und wird angesichts der fundamentalen gesellschaftlichen wie ökonomischen Wandlungsprozesse in seiner Relevanz noch weiter zunehmen. Nicht zuletzt deshalb ist der KKV ein wichtiges Mitglied in der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung, dem Dachverband aller kath. Einrichtungen und Organisationen der Erwachsenen- und Weiterbildung.

Dem KKV und allen in seinen Mitgliedsverbänden tätigen Menschen spreche ich namens der Bundesarbeitsgemeinschaft für kath. Erwachsenenbildung meine herzlichen Glückwünsche aus, verbunden mit dem herzlichen Dank für die bisher geleistete Arbeit. Für die Zukunft wünsche ich Ihnen allen weiterhin viel Erfolg, Freude und Gottes Segen.


Knuth Erbe,
Bundesvorsitzender des BDKJ


125 Jahre Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung! Wohl nur wenige kath. Verbände können auf solch eine lange Geschichte zurückblicken. Dieses Jubiläum zeigt, wie stark kath. Verbände in der Tradition unserer Kirche verankert sind und nicht nur einfach eine vergängliche Zeiterscheinung. Kath. Verbände sind eine wesentliche Lebensäußerung der Kirche in unserem Land.

Mag sich auch der Name des KKV in den 125 Jahren verändert haben, der KKV gehört zu den Verbänden, in denen sich seit Generationen kath. Laien zusammenschließen und ihre Lebenswelt aus ihrem Glauben heraus gestalten wollen. Und dieses in einem Feld, deren vordergründiges Image vielleicht nicht immer sehr stark mit christlichen Werten verbunden ist. Umso mehr ist es wichtig, dass sich weiterhin Frauen und Männer bereit erklären, ihre Energie für die christliche Prägung ihres Berufsfeldes einzusetzen.

Kath. Verbände in ihrer jeweiligen unterschiedlichen Zielsetzung stehen häufig vor den gleichen Herausforderungen und ziehen deshalb oft gemeinsam an einem Strang. Der KKV und die kath. Jugendverbände im BDKJ sind verbunden über die Mitgliedschaft im ZdK, der AG der kath. Organisationen Deutschlands und in Initiativen „Beteiligung schafft Gerechtigkeit“. In allen diesen Arbeitsgemeinschaften und Institutionen geht es um eine gemeinsame Präsenz von kath. Laien in Gesellschaft und Kirche, die Unterschiedlichkeiten nicht verdeckt und doch das Verbindende herausstellt.

Am stärksten miteinander verbunden sind der KKV und der BDKJ über die Mitgliedschaft des Jung-KKV im Dachverband der kath. Jugendverbände. Die Situation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Berufswelt war immer ein besonderes Anliegen, dass der Jung-KKV in den BDKJ eingebracht hat.

Katholische Verbände stehen vor neuen Herausforderungen. Dazu gehören für den KKV die Veränderungen in der Berufswelt sowie die Veränderungen, die unsere Kirche in Deutschland erlebt. Wir wünschen als BDKJ dem KKV, dass er sich diesen Veränderungen mutig stellt, besonders den Weg zu jungen Menschen sucht und sich dabei auch immer von seiner eigenen Tradition inspirieren lässt.



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