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Die „Johannes-Basilika“ – Berlins größte Katholische Kirche

In den 90-er Jahren des vorletzten Jahrhunderts beauftragte Kaiser Wilhelm II. den Baurat August Menken, eine katholische Garnisonskirche zu erbauen – nahe der Kasernen, außerhalb der Stadtmauern Berlins. Sie sollte im damals üblichen rheinisch-romanischen Stil errichtet werden. Der Grundstein wurde am 18. April 1894 gelegt – mit Vertretern des Kaisers und der Kirche. Ihrer Bestimmung wurde die Kirche am 8. Mai 1897 übergeben – mit einer farbenprächtigen Zeremonie im Beisein des Kaiserpaares Wilhelm II. und Auguste Viktoria. Am selben Tag begleitete das Paar auch die Einweihung der zweiten großen Garnisonskirche, der evangelischen am heutigen Südstern.

Wegen ihrer Eigenheiten gehört die St.-Johannes-Basilika zu den schönsten katholischen Kirchen Berlins und gilt als bedeutendstes Bauwerk des namhaften Hofarchitekten August Menken. Sie ist nicht nur eine bloße Nachahmung rheinischer, spätromanischer Kirchen. In dem 1980 im Morus-Verlag erschienenen Bildband „Berlin – Stadt und Kirche“ schreibt der Architekt Gebhard Streicher: „Es ist ... richtig, dass diese Bauten gerade in der inneren Raumbildung selbstgefundene Wege der Gestaltung beschreiten, von denen der zumeist konventionelle Außenbau häufig noch nichts verrät.“ Die Angaben über die Sitzplätze schwanken zwischen 900 und 1300.

Viele Meister, heute meist unbekannt, haben an der Gestaltung der Kirche mitgewirkt. Einer von ihnen ist der Schöpfer des Hochaltares, dessen Baldachin symbolisch an Christus erinnern soll, der uns geschenkt wird in der Eucharistie. Der Pantokrator in der Apsis darüber erinnert an die frühchristlichen Basiliken Roms. Und wegen des Tympanons über dem Eingang – das Sandsteinrelief zeigt Johannes den Täufer, der den römischen Soldaten ins Gewissen redet – wird diese Garnisonskirche seit jeher als „Gotteshaus des Friedens“ interpretiert. Krieg ist in ihr niemals gepredigt worden. Bereits am 3. Dezember 1906 erhob der später heiliggesprochene Papst Pius X. die Berliner Garnisonskirche zu einer päpstlichen „basilica minor“. Das war eine Auszeichnung, die sie im Erzbistum Berlin nur mit St. Hedwig (1923) und der Rosenkranzbasilika (1950) teilt. Nach Vierzehnheiligen ist die St.-Johannes-Basilika die älteste Basilika auf deutschem Boden.

Beide Weltkriege hat die Kirche glimpflich überstanden. Nach dem 2. Weltkrieg mussten lediglich verrußte Wände und Decken saniert sowie Fenster ersetzt werden. Die durch ihre starke Leuchtkraft auffällige Südrosette entwarf 1950 die junge Künstlerin Helga Sacks. Nach und nach schuf sie auch die anderen farbigen Fenster der Basilika.

1977 begann der Diözesanbaurat Hubert Vogt die St.-Johannes-Basilika grundlegend umzugestalten und zu restaurieren. Die Sicherung des Daches, die Neugestaltung des Altarraumes nach den Erfordernissen des Il. Vatikanischen Konzils und der Liturgiereform, aber auch die farbliche Gestaltung des Innenraumes sind sein Verdienst. Und so sehen wir heute im Innern der St.-Johannes-Basilika ein Gesamtkunstwerk, ergänzt durch viele alte und neue Kunstwerke. Dazu gehört eine von Kardinal Meisner gestiftete Pieta aus dem 14. Jahrhundert, die Büste von Pius X., geschaffen von Professor Josef Otto, Limburg, die eindrucksvolle Taufe aus der Entstehungszeit der Kirche oder die wertvolle Orgel.

Wenn Sie mehr über die Johannes-Basilika wissen möchten, schauen Sie ins Internet. Unter: www.johannes-basilika.de finden Sie viel Interessantes über das größte katholische Gotteshaus in Berlin.



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